Philips Hue verkauft dir demnächst offenbar für 39,99 Euro einen Adapter, der die Wandpanels des direkten Konkurrenten kapert. Das Hue Wall Light Module steckt in einen freien Anschluss einer Nanoleaf-Shapes-Installation und macht aus den Panels ganz normale Hue-Leuchten. Ich musste die Meldung zweimal lesen, so etwas gab es im Smart-Lighting-Markt noch nie: Der Marktführer baut offizielles Zubehör für die Hardware der Konkurrenz. Was der Leak damals hergab, steht unten. Was inzwischen im Shop steht, direkt hier.
Update, 11. Oktober: Hue verkauft die Nanoleaf-Panels jetzt selbst
Im deutschen Hue-Shop stehen inzwischen Sets aus Nanoleaf Shapes und dem Wandleuchtenmodul, laut SmarthomeAssistent seit dem 7. Oktober. Heute habe ich drei davon geprüft, alle als lieferbar gelistet: neun Dreiecke für 239,98 Euro, zwölf Sechsecke für 289,97 Euro und 15 Dreiecke für 339,96 Euro.
Ein Schnäppchen ist das nicht. Zieht man die 39,99 Euro für das Modul ab, bleiben beim kleinsten Set 199,99 Euro für neun Panels. Die 199,99 Euro, die Anfang September als Einstiegspreis für die Sets kursierten, finde ich im Shop nicht.
Am Problem vom September ändert der Verkauf nichts. Zu einer Lösung für den Doppelbetrieb mit Nanoleafs eigenem Controller habe ich bis heute keine Meldung gefunden, zur virtuellen Ausrichtung auch nicht.
Update, 13. September: Hue- und Nanoleaf-Controller vertragen sich noch nicht
Ein Mitglied der Hueblog-Community hat entdeckt, dass sich das Wall Light Module und Nanoleafs eigener Controller noch nicht gleichzeitig an denselben Panels nutzen lassen: Wird der Nanoleaf-Controller entfernt, gehen viele Animationen verloren, beim Einschalten leuchtet nur noch weißes Licht. Hueblog hat das Problem inzwischen selbst bestätigt und von Signify die Aussage bekommen, man arbeite gemeinsam mit Nanoleaf an einer Lösung. Zusätzlich kündigt Signify für Gradient-Produkte wie dieses Modul und den neuen Hue-Lichtervorhang bis Jahresende eine Funktion zur virtuellen Ausrichtung an, aktuell verlaufen Farben und Animationen nur in einer festen Richtung.
Update, 10. September: Thread ist doch an Bord
Korrektur zum Absatz weiter unten: Das Modul spricht laut hueblog direkt Matter over Thread, wie alle neuen Hue-Produkte der IFA-Generation. Die Nanoleaf-Panels lassen sich damit auch ohne Hue Bridge in Apple Home oder Home Assistant holen, was per Thread ankommt und was nicht, habe ich hier aufgeschrieben.
Update, 4. September: Das Modul ist raus, 39,99 Euro, und Nanoleaf war eingeweiht
Der Leak stimmte in jedem Punkt. Signify hat das Wandleuchtenmodul zur IFA offiziell vorgestellt, es steht seit dem 3. September für 39,99 Euro im deutschen Hue-Shop und ist dort als lieferbar gelistet. Startersets aus Shapes und Modul beginnen laut iphone-ticker bei 199,99 Euro.
Auch meine offene Frage von damals ist beantwortet, und zwar zugunsten der freundlichen Variante: Nanoleaf führt die Partnerschaft seit dem 2. September selbst auf der eigenen Webseite. Kein Adapter hinter dem Rücken des Konkurrenten also, sondern abgesprochen. Was Signify zur Messe sonst noch angekündigt hat, von Backups bis KI-Automationen, steht im Überblick zum ersten IFA-Tag.
- Das Hue Wall Light Module ist ein rund acht Zentimeter kleiner Adapter, der an einen freien Anschluss einer Nanoleaf-Shapes-Installation gesteckt wird.
- Unterstützt werden Hexagons, Triangles und Mini Triangles mit bis zu 100 Panels, die älteren Aurora-Panels bleiben außen vor.
- In der Hue-App gibt es fünf frei platzierbare Farbpunkte, Szenen und Entertainment statt Nanoleafs Einzel-Panel-Animationen.
- Seit dem 3. September ist das Modul für 39,99 Euro im Hue-Shop gelistet, Sets mit Nanoleaf Shapes kosten im Hue-Shop am 11. Oktober 2026 ab 239,98 Euro für neun Panels.
- Modul und Nanoleafs eigener Controller lassen sich noch nicht gleichzeitig nutzen, Signify arbeitet nach eigener Aussage gemeinsam mit Nanoleaf an einer Lösung.
Ein Acht-Zentimeter-Adapter am Anschluss des Konkurrenten
Technisch ist die Sache unspektakulär gelöst, und genau das macht sie clever. Das Wall Light Module ist ein kleiner weißer Adapter von knapp acht Zentimetern, der an einen freien Connector der Shapes-Installation gesteckt wird, berichtet Hueblog. Unterstützt werden die aktuellen Nanoleaf Shapes in den Varianten Hexagons, Triangles und Mini Triangles, mit bis zu 100 Panels pro Installation. Die älteren Aurora-Panels bleiben außen vor.
Einmal angesteckt, tauchen die Panels als Leuchte in der Hue-App auf und machen dort alles mit, was Hue-Lampen eben machen: Szenen, Zeitpläne, Automationen und auch Hue Entertainment, also das Mitleuchten bei Filmen und Spielen. Gefunkt wird per Zigbee und Bluetooth, Thread ist nicht an Bord.
Das Modul funkt Zigbee und Bluetooth, Thread fehlt. In Apple Home und anderen Matter-Systemen landen die Panels trotzdem, weil die Hue Bridge sie als Vermittler weiterreicht. Wie tief die Steuerung außerhalb der Hue-App reicht, ist noch offen.
Fünf Farbpunkte statt hundert einzelner Pixel
Der Haken steckt in der Steuerung. Nanoleaf spricht in der eigenen App jedes Panel einzeln an, daraus leben die aufwendigen Animationen, die über die Wand wandern. Die Hue-App reduziert dieselbe Installation auf fünf Farbpunkte, die sich frei im Farbkreis platzieren lassen und mit Hue-Szenen und -Effekten kombiniert werden. Das ist deutlich simpler, und für manche ist es vermutlich genau deshalb attraktiv.
Beim Nanoleaf Monitor Stand habe ich im Juli noch notiert, dass die spannendsten Funktionen nur mit der Nanoleaf-App gehen. Jetzt dreht Signify den Spieß um: Wer seine Shapes ohnehin nur als schicke Wandbeleuchtung nutzt und den Rest des Hauses mit Hue steuert, bekommt endlich alles in einer App. Wer die Panels wegen der Animationen gekauft hat, verliert beim Umstieg genau das, wofür er bezahlt hat.
Der dritte Hue-Leak in einer Woche, und ein Termin
Das Modul ist kein Einzelfall, Signify bohrt sein Ökosystem gerade an mehreren Enden auf. Erst gestern tauchte die Hue Play Sync Box Lite bei einem britischen Händler auf, eine abgespeckte Sync-Box für umgerechnet rund 130 Euro mit nur einem HDMI-Eingang. Davor war es die Kamera-Lösung für Hue Sync, die das Prinzip von Govee übernimmt. Und schon vor Wochen wurde ein Hexagon-Icon in der Hue-App entdeckt, das jetzt nachträglich Sinn ergibt.
Die Auflösung kommt bald: Hueblog erwartet die nächste Produktpräsentation in rund einer Woche, als Marktstart für das Wall Light Module kursiert der 3. September. Der Preis soll bei 39,99 Euro liegen. Ob hinter dem Adapter eine formale Partnerschaft mit Nanoleaf steckt oder Signify das Modul im Alleingang gebaut hat, ist bislang offen. Für Nanoleaf wäre Letzteres die unangenehmere Variante.
Signify holt sich die Wandkunst, ohne eigene zu bauen
Ich finde den Schachzug bemerkenswert unverschämt, im besten Sinne. Statt jahrelang eigene Wandpanels zu entwickeln, verkauft Signify für 40 Euro die Eintrittskarte in die Installationen des Konkurrenten und kassiert nebenbei dessen Kundschaft ins eigene Ökosystem. Für Hue-Haushalte mit Shapes an der Wand ist das Modul ein sinnvoller Kauf, endlich eine App weniger.
Wer seine Nanoleafs dagegen wegen der wandernden Farbverläufe liebt, sollte die Finger davon lassen, fünf Farbpunkte ersetzen keine hundert Pixel. Und falls sich herausstellt, dass Nanoleaf von dem Adapter genauso überrascht wurde wie ich: Dann wird der September noch unterhaltsamer als gedacht. Auf der IFA hat Signify das Modul inzwischen offiziell gemacht, zusammen mit Backups, KI-Automationen und zwei neuen Sync-Boxen.
Fragen zum Hue Wall Light Module
Welche Nanoleaf-Panels unterstützt das Hue Wall Light Module?
Die aktuellen Nanoleaf Shapes in den Varianten Hexagons, Triangles und Mini Triangles, mit bis zu 100 Panels pro Installation. Die älteren Aurora-Panels werden nicht unterstützt.
Was kostet das Hue Wall Light Module und wann kommt es?
39,99 Euro, und es ist seit dem 3. September 2026 erhältlich. Signify hat das Modul zur IFA offiziell vorgestellt, im deutschen Hue-Shop steht es als lieferbar. Sets aus Nanoleaf Shapes und Hue-Modul kosten im Hue-Shop ab 239,98 Euro für neun Panels (Stand 11. Oktober 2026).
Brauche ich weiterhin die Nanoleaf-App?
Für die Hue-Integration nicht, gesteuert wird über die Hue-App mit fünf frei platzierbaren Farbpunkten samt Szenen und Entertainment. Die aufwendigen Einzel-Panel-Animationen aus der Nanoleaf-App gibt es dort allerdings nicht.
Funktioniert das Modul mit Matter und Apple Home?
Das Modul funkt Zigbee und Bluetooth. In Apple Home und andere Matter-Systeme kommen die eingebundenen Panels über die Hue Bridge, die als Matter-Vermittler arbeitet.
Kann ich Hue-Modul und Nanoleaf-Controller gleichzeitig nutzen?
Noch nicht. Wird der originale Nanoleaf-Controller entfernt, gehen laut Nutzerberichten viele Animationen verloren. Signify arbeitet nach eigener Aussage gemeinsam mit Nanoleaf an einer Lösung, ein Termin steht nicht fest.






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