Die erste Nanoleaf Deckenleuchte nach dem SwitchBot-Deal ist aufgetaucht, und zwar nicht im Newsroom, sondern als Amazon-Listung. Smart Multicolor Ceiling Light heißt das Gerät, 89,99 Euro soll es kosten, einen Liefertermin gibt es noch nicht. Eine Woche nach der 40-Millionen-Übernahme ist das weniger eine Produktmeldung als ein Lebenszeichen.
Nanoleaf Deckenleuchte auf einen Blick
- Smart Multicolor Ceiling Light: bei Amazon gelistet, 89,99 Euro, Liefertermin noch offen.
- Zwei Lichtquellen: Hauptlicht mit bis zu 2600 Lumen nach unten, Lichtring oben für indirekte Deckenbeleuchtung, getrennt steuerbar.
- 360 LEDs für Farbverläufe: die Gradient-Effekte laufen aber nur in der Nanoleaf-App.
- Matter und Apple Home: nur Einzelfarben, keine Verläufe.
- Timing: das erste Produkt nach der 40-Millionen-Übernahme durch SwitchBots Mutterkonzern.
Zwei Lichtquellen in einem 32-Zentimeter-Gehäuse
Der Aufbau ist der interessanteste Teil der Listung. Nanoleaf packt zwei voneinander unabhängige Lichtquellen in die Leuchte: Das Hauptlicht strahlt mit bis zu 2600 Lumen nach unten und übernimmt die Raumbeleuchtung, ein zusätzlicher Lichtring an der Oberseite wirft indirektes Licht an die Decke. Beide Bereiche lassen sich getrennt steuern, für die Farbverläufe sitzen insgesamt 360 LEDs im Gehäuse.
Das Konzept kennt man aus einer anderen Ecke: Govee hat mit der Ceiling Light Ultra eine Deckenleuchte mit 616 einzeln steuerbaren Zonen im Programm, verlangt dafür aber deutlich mehr Geld. Nanoleaf positioniert sich mit 89,99 Euro klar darunter und setzt auf den Mittelweg aus Alltagslampe und Effektfläche.
Nanoleaf Deckenleuchte mit Farbverlauf: die hübschen Effekte bleiben in der App

Im Kleingedruckten der Listung, die smarthomeassistent.de entdeckt hat, steckt die wichtigste Einschränkung: Die erweiterten Gradient-Effekte gibt es nur über die Nanoleaf-App. Wer die Leuchte über Matter oder Apple Home steuert, wählt einzelne Farben, mehr nicht.
Das Muster kenne ich von Govee: Matter steht prominent in den Specs, aber die animierten Effekte aus den Werbebildern laufen am Ende in der Hersteller-App. Das ist keine Nanoleaf-Bosheit, sondern die Realität des Standards. Matter kann Helligkeit und Farbe, aber keine Choreografien über 360 LEDs. In die Kaufentscheidung gehört diese Trennung trotzdem, denn sie entscheidet, wie oft du die zweite App wirklich öffnest.
Das Timing ist die eigentliche Nachricht
Erst vor einer Woche wurde bekannt, dass SwitchBots Mutterkonzern OneRobotics Nanoleaf für 40 Millionen Dollar übernimmt. Die Deckenleuchte stammt erkennbar noch aus der alten Pipeline, die Ankündigungs-Mail an die Presse ging kurz vor der Verkaufsmeldung raus. Neu entwickelt unter SwitchBot-Flagge ist hier also nichts.
Spannend wird die Frage, die ich schon im Übernahme-Artikel offen lassen musste: was aus Nanoleafs App und den Konten wird. Wenn die Gradient-Effekte nur in der Hersteller-App leben und diese App irgendwann ins SwitchBot-Ökosystem wandert, hängt die halbe Funktionalität der Leuchte an einer Konzernentscheidung. Bis dahin gilt die Listung als das, was sie ist: ein Produkt, das den Laden am Laufen zeigt.
Ein Kampfpreis als Ansage
89,99 Euro für eine smarte Deckenleuchte mit zwei Lichtzonen und Farbverläufen sind eine Kampfansage an Govee und erst recht an das Hue-Preisniveau. Wer eine zentrale Wohnzimmerlampe mit Farb-Ambitionen sucht und mit der Nanoleaf-App leben kann, sollte die Listung im Blick behalten. Wer volle Effekt-Kontrolle über Matter erwartet, bekommt sie hier nicht, und einen Verkaufsstart nennt Amazon auch noch nicht. Ich beobachte das weiter, allein schon wegen der App-Frage.





