Das neue Meross Heizkörperthermostat braucht keinen Meross-Hub mehr. Vor knapp vier Wochen habe ich über denselben Hersteller noch geschrieben, Matter spreche bei ihm nur der Hub. Jetzt hängt das Modell MTS155 per Thread direkt am Apple TV, und der zweite Neuzugang, der Stromzähler-Lesekopf EM01P, wirbt mit lokaler API und MQTT.
Zwei Geräte also, bei denen die Meross-Zentrale und die Meross-Cloud vom Pflichtteil zum Extra werden. Kaufen kannst du heute allerdings nur eines davon.
Kein Testgerät: Dieser Text stützt sich auf die Meross-Produktseite zum MTS155, auf die Amazon-Listings beider Geräte (heute Nachmittag geprüft) und auf die Erstmeldungen von iphone-ticker und appgefahren. Wie gut das Thermostat regelt und was der Lesekopf an echten Zählern ausgibt, weiß ich nicht.
- Das Meross Heizkörperthermostat MTS155 funkt per Matter over Thread (Thread 1.4) und Bluetooth, kostet 64,99 Euro, im Dreierpack 169,99 Euro. Ein Meross-Hub ist nicht nötig, ein Thread Border Router schon.
- Bei Amazon war das MTS155 am 12. Oktober 2026 nachmittags als „Derzeit nicht auf Lager“ geführt, Verkäufer ist Meross EU Tech. Der Vorgänger kostet samt Hub 39,99 Euro.
- Zeitpläne (bis zu acht Schaltpunkte pro Tag) und den Heizverlauf stellt die Meross-App per Bluetooth ein, also nur in der Nähe des Thermostats. Über Matter läuft die normale Bedienung.
- Der Lesekopf Meross EM01P kostet 79,99 Euro, liest Zähler mit SML oder IEC 62056 aus und bietet MQTT, eine lokale Weboberfläche und eine lokale API. Minutenwerte puffert er drei Monate lokal.
- Der EM01P ist bei Amazon auf Lager und dort laut Produktseite schon seit dem 17. September 2026 im Angebot, heute mit 8-Euro-Coupon und weiteren 15 Prozent an der Kasse.
Meross Heizkörperthermostat MTS155: Der Hub fällt weg, der Preis steigt
Der weiße Zylinder ist laut Meross-Produktseite 8,2 Zentimeter lang und 5 dick, das Display sitzt auf der Stirnseite. Im Inneren arbeiten Thread 1.4 und Bluetooth, im Karton liegen sechs Adapter, unter anderem für Danfoss RA, RAV und RAVL. Zwei AA-Batterien musst du selbst mitbringen.

Die Funktionsliste ist die übliche: Fenster-offen-Erkennung mit 30 Minuten Heizpause, Kindersicherung, Temperaturabgleich, Frostschutz, dazu eine Ventilpflege gegen Kalk. Ein Abo gibt es nicht. Neu ist der Weg ins Smart Home, denn das Thermostat koppelt sich an jeden Thread Border Router. Thread Border Router = das Gerät, das den stromsparenden Thread-Funk mit dem Heimnetz verbindet, etwa ein Apple TV 4K oder ein HomePod mini.
Auf Meross’ eigener Kompatibilitätsgrafik stehen neben den Geräten von Apple, Amazon und Google auch der Home Assistant Yellow und der Homey Pro. Letzterer führt bei mir die tado-X-Thermostate per Thread, ein weiteres Kästchen bräuchte das Meross also nicht.
Der Preis: 64,99 Euro pro Stück, 169,99 Euro im Dreierpack. Der Vorgänger kostet bei Amazon samt Hub 39,99 Euro, wie appgefahren vorrechnet. Wer das neue Modell heute bestellen will, findet bei Amazon den Hinweis „Derzeit nicht auf Lager“, ohne Liefertermin. So stand es dort am Montagnachmittag, Verkäufer ist Meross EU Tech.
- Kein Meross-Hub nötig
- Sechs Ventil-Adapter liegen bei
- Bis zu acht Schaltpunkte pro Tag, kein Abo
- Deutlich teurer als der Vorgänger mit Hub
- Zeitpläne nur per Bluetooth in der Meross-App
- Batterien nicht im Lieferumfang
Heizpläne stellst du per Bluetooth ein, also vor dem Heizkörper
Im Amazon-Listing steht ein Satz, über den man leicht hinwegliest. Die Meross-App verbinde sich „per Bluetooth in der Nähe des Thermostats“, um Heizverlauf und Zeitplan zu bearbeiten. Das Thermostat selbst hat kein WLAN und hängt an keinem Meross-Hub, der App bleibt also wohl kein anderer Weg.
Die Zeitpläne liegen damit im Gerät, bis zu acht Schaltpunkte pro Tag. Ändern kannst du sie, wenn du davorstehst. Aus dem Büro geht über Apple Home oder Alexa nur, was Matter für Thermostate vorsieht, also die Solltemperatur und die Automationen der jeweiligen Plattform.
Ob das stört, hängt vom Haushalt ab. Wer seine Heizzeiten einmal einstellt und dann in Ruhe lässt, merkt davon wenig. Wer Pläne lieber in Home Assistant oder im Homey baut, braucht die Meross-App ohnehin nur zur Einrichtung. In meiner Übersicht der Heizkörperthermostate mit Matter gehört das MTS155 damit in die Gruppe ohne Hersteller-Hub, neben Eve und tado X.
Am selben Tag kam übrigens das Gegenbeispiel. Ledvance hat das OSRAM SMART+ WiFi Heizkörperthermostat in zweiter Generation vorgestellt, 34,95 Euro, direkt im WLAN, mit Alexa und Google Home, aber ohne Matter und ohne Apple Home. Gut die Hälfte des Preises, dafür an die Hersteller-App gebunden.
Der Lesekopf EM01P hängt am Stromzähler und spricht MQTT
Das zweite Gerät hat mit Heizen nichts zu tun, folgt aber derselben Idee. Der Meross EM01P ist ein orangefarbener Würfel mit Magnet, der an der optischen Schnittstelle eines digitalen Stromzählers haftet und die Werte per WLAN weiterreicht. Unterstützt werden die Protokolle SML und IEC 62056, das Kabel ist zwei Meter lang.

Interessant ist die Liste dahinter. Meross nennt MQTT, eine lokale Weboberfläche und eine lokale API. MQTT = ein schlankes Protokoll, über das Geräte ihre Messwerte im Heimnetz verteilen, Home Assistant versteht es von Haus aus. Laut Listing bleiben die lokalen Funktionen auch ohne Internet verfügbar, und der Lesekopf speichert Minutenwerte drei Monate lang selbst.
Wer lieber die Meross-App nutzt, bekommt Verbrauchsberichte und eine Kostenrechnung für Tarife mit Hoch- und Niedrigpreis-Zeiten, die Cloud hält Tageswerte fünf Jahre vor. Für Balkonkraftwerke zeigt der Lesekopf auch die Einspeisung, sofern der Zähler sie ausgibt.
Der Preis liegt bei 79,99 Euro, heute mit einem Coupon über 8 Euro und weiteren 15 Prozent an der Kasse. Auf Lager ist er.
Ein Detail am Rand: Die Amazon-Seite führt ihn als „im Angebot seit 17. September 2026“ und zeigt bereits sechs Bewertungen. Neu ist also die Meldung, das Gerät liegt seit gut drei Wochen im Regal.
- MQTT, lokale API und Weboberfläche ab Werk
- Drei Monate Minutenwerte lokal gespeichert
- Magnetische Montage, zwei Meter Kabel
- Viele Zähler geben die Leistung erst nach PIN-Freischaltung aus
- Dokumentation der lokalen API bisher nicht gefunden
- Kompatibilität mit dem eigenen Zähler vorher prüfen
Der Lesekopf zeigt bei vielen digitalen Zählern zunächst nur den Zählerstand. Die aktuelle Leistung gibt der Zähler oft erst aus, wenn du eine PIN eingibst, und die bekommst du beim Netzbetreiber. Prüf außerdem vorher, ob dein Zähler eine optische Schnittstelle hat und SML oder IEC 62056 spricht.
Meross macht die eigene Zentrale zum Extra
Im September sah die Strategie noch anders aus. Der Matter Hub Pro kostete im Vorverkauf rund 26 Euro, die neuen Sensoren hingen per Bluetooth daran, und nur der Hub selbst war ein Matter-Gerät. Das war billig und band jeden Sensor an ein Meross-Kästchen.
Das MTS155 geht den umgekehrten Weg, und der EM01P gleich mit. Beide richten sich an Leute, die schon eine Zentrale haben und keine zweite wollen. Meross wirbt im Listing mit Home Assistant und MQTT, also mit genau den Wörtern, nach denen diese Käufer suchen.
Offen bleibt, wie gut die Umsetzung ist. Ein Matter-Zertifikat für das MTS155 habe ich nicht nachgeschlagen, eine Dokumentation der lokalen API des Lesekopfs nicht gefunden. Beides würde ich vor dem Kauf wissen wollen.
Meross MTS155 und EM01P: die kurzen Antworten
Braucht das Meross Heizkörperthermostat MTS155 einen Hub?
Nein, einen Meross-Hub braucht es nicht. Nötig ist ein Thread Border Router, zum Beispiel Apple TV 4K, HomePod mini, ein Echo der vierten Generation, Google Nest Hub oder Homey Pro. Darüber meldet sich das Thermostat per Matter in Apple Home, Alexa, Google Home oder Home Assistant an.
Was kostet das Meross Heizkörperthermostat mit Matter over Thread?
64,99 Euro pro Stück und 169,99 Euro im Dreierpack. Am 12. Oktober 2026 führte Amazon das Einzelgerät als derzeit nicht auf Lager. Der Vorgänger mit eigenem Hub kostet dort 39,99 Euro im Set.
Kann ich die Heizpläne des MTS155 von unterwegs ändern?
Nicht in der Meross-App. Sie verbindet sich laut Hersteller per Bluetooth und nur in der Nähe des Thermostats, um Zeitplan und Heizverlauf zu bearbeiten. Von unterwegs geht, was die Matter-Zentrale anbietet, also Solltemperatur und eigene Automationen.
Was kann der Meross EM01P?
Der EM01P liest digitale Stromzähler über die optische Schnittstelle aus und sendet Verbrauch und Einspeisung per WLAN. Er unterstützt SML und IEC 62056, bietet MQTT, eine lokale Weboberfläche und eine lokale API und kostet 79,99 Euro. Viele Zähler geben die aktuelle Leistung erst nach Eingabe einer PIN aus.
Das Thermostat ist mir zu teuer, der Lesekopf ist der interessantere Teil
Ich heize mit tado X und sehe keinen Grund zu wechseln, schon gar nicht für 65 Euro pro Heizkörper. Das Thermostat macht nichts falsch, soweit sich das vom Schreibtisch aus sagen lässt. Es macht nur wenig anders als Geräte, die es seit Jahren gibt, und der Vorgänger mit Hub kostet deutlich weniger.
Kaufen würde ich es, wenn ein Thread-Netz schon steht und der Preis fällt. iphone-ticker rechnet damit, dass es wie anderes Meross-Zubehör bald regelmäßig reduziert zu haben ist. Wer Pläne aus der Ferne ändern will, ist hier falsch.
Der Lesekopf ist die spannendere Meldung, auch wenn sie gut drei Wochen alt ist. Da erklärt ein Hersteller mit eigener Cloud-App die Cloud im Listing selbst zur Option. Ob Meross die Schnittstelle sauber dokumentiert und pflegt, entscheidet darüber, ob die 80 Euro gut angelegt sind.






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