HACS in Home Assistant war immer dieser Moment, in dem die Anleitung sagt: Jetzt brauchst du noch den Community-Store, und dafür ein GitHub-Konto, einen Token und einen Ordner, in den du von Hand etwas kopierst. Ich bin Homey-Nutzer und habe Home Assistant nur als Nebenprojekt laufen, und genau an dieser Stelle habe ich beim ersten Versuch zweimal abgebrochen. Ab November fällt die Stelle weg.
Joakim Sørensen, der HACS unter dem Namen ludeeus seit 2019 pflegt, hat am 16. Oktober im HACS-Repository das Ende des Projekts als eigenständige Software angekündigt. Mit Home Assistant 2026.11 wird HACS zur eingebauten Integration namens Marketplace. Einen Blogpost von Home Assistant gibt es dazu noch nicht, das Issue ist bisher die einzige offizielle Quelle.
- HACS wird mit Home Assistant 2026.11, erwartet am 4. November 2026, zur eingebauten Integration Marketplace. Das hat HACS-Maintainer Joakim Sørensen (ludeeus) am 16. Oktober 2026 auf GitHub angekündigt.
- Die Entwicklung läuft ab sofort im Home-Assistant-Core, das HACS-Repository nimmt keine neuen Funktionen und keine Pull Requests mehr an. Fehler werden erst ab Version 2026.11 im Core-Repository gemeldet.
- Für Entwickler ändert sich bei der Einreichung nichts: Neue Repositories werden weiter über hacs/default eingereicht.
- Laut Home-Assistant-Statistik vom 17. Oktober 2026 melden 398.861 Installationen HACS, das sind 71 Prozent aller Installationen, die ihre Integrationen teilen. Die zweitgrößte Community-Integration (Sonoff) kommt auf 45.671.
- Deutschland ist mit 135.601 gemeldeten Installationen das größte Home-Assistant-Land, vor den USA mit 119.416. Offen sind Migrationspfad, GitHub-Token und was mit Lovelace-Karten und Themes passiert.
Ein Store, der im Ordner custom_components wohnte
Für alle, die Home Assistant nur vom Hörensagen kennen: HACS steht für Home Assistant Community Store, ein Katalog für Integrationen, Dashboard-Karten und Designs, die nicht von Home Assistant selbst stammen, sondern von Hobby-Entwicklern auf GitHub. Wer eine Integration für einen Mähroboter, einen chinesischen Saugroboter oder eine Strompreis-API wollte, landete fast immer dort.

Das Kuriose daran: HACS war selbst nie Teil von Home Assistant. Es lebte als Custom-Integration im Ordner custom_components, also an derselben Stelle wie die Dinge, die es verwaltete. Installiert wurde es per Skript oder Add-on, danach brauchte es ein GitHub-Konto, weil der Store seine Kataloge direkt von dort zog.
Sieben Jahre lang hat das funktioniert. Es war nur nie etwas, das man einem Einsteiger ohne schlechtes Gewissen empfehlen konnte.
HACS in Home Assistant 2026.11: Der Store heißt Marketplace und steckt im Kern
Die Ankündigung ist kurz und technisch. HACS wird Teil von Home Assistant, ab dem Release 2026.11 im November als Integration Marketplace eingebaut, die Entwicklung passiert ab jetzt im Core-Repository. Das alte HACS-Repository ist, so Sørensen wörtlich, nicht mehr der Ort für neue Arbeit. Offene Issues und Pull Requests dort wurden mit einem Verweis auf das neue Zuhause geschlossen.
Wer sich einen Wunsch von der Seele schreiben will, soll das in der Marketplace-Kategorie der Home-Assistant-Diskussionen tun. Fehler sollen erst gemeldet werden, wenn man 2026.11 oder neuer laufen hat, dann im Core-Repository. Für Entwickler, die ihr Projekt in den Store bringen wollen, ändert sich nichts: Eingereicht wird weiter über hacs/default, die Liste, aus der sich der Katalog speist.
Home Assistant veröffentlicht seine Monatsversionen am ersten Mittwoch, 2026.11 wäre demnach der 4. November. Die beiden Doku-Seiten, die das Issue verlinkt, leiten heute noch auf die Startseiten um. Der Umzug ist angekündigt, die Umzugskartons sind noch nicht ausgepackt.
398.861 Installationen: Der Umzug betrifft fast jeden, und Deutschland am meisten
Wie groß die Sache ist, steht in der öffentlichen Statistik von Home Assistant, in die nur Installationen einfließen, die das Teilen freiwillig eingeschaltet haben. Stand 17. Oktober 2026 melden dort 703.185 Installationen ihre Existenz, 557.514 davon auch ihre Integrationen. Von diesen führen 398.861 HACS, also 71 Prozent.
Zum Vergleich: Die zweitgrößte Community-Integration ist Sonoff mit 45.671 Meldungen, dahinter LocalTuya mit 33.289 und Alexa Media Player mit 30.160. HACS ist damit fast neunmal so verbreitet wie alles, was es selbst verteilt. Wer den Store in den Kern holt, holt faktisch sieben von zehn Installationen ab.
Und noch eine Zahl aus derselben Tabelle, die ich so nicht erwartet hätte: Deutschland ist mit 135.601 Installationen das größte Home-Assistant-Land, vor den USA mit 119.416, Großbritannien mit 39.114 und den Niederlanden mit 38.561. Eine Änderung am Store ist hier also keine Randnotiz aus Übersee.
Was Sørensen nicht sagt: Token, Migration, alte Karten
Das Issue beantwortet die Entwickler-Fragen und lässt die Nutzer-Fragen offen. Ob eine bestehende HACS-Installation beim Update automatisch zum Marketplace wird oder ob man das alte HACS vorher entfernen muss, steht nirgends. Ob der GitHub-Token wegfällt, auch nicht. Jasmine Mannan schreibt bei XDA, Standard-Installationen bräuchten künftig weder Konto noch Token, nennt dafür aber keine Quelle.
Die dritte Lücke betrifft alles, was keine Integration ist. HACS verteilt auch Lovelace-Karten, also Bausteine für das Dashboard, und Themes für die Optik. Ob der Marketplace die mitnimmt, ob es dafür eigene Regeln gibt und was mit Karten passiert, deren Entwickler seit Jahren nichts mehr hochgeladen haben, dazu schweigt die Ankündigung.
Genau dieser letzte Punkt ist für mich der eigentliche Grund für den Umzug. Nach Pwn2Own, wo ein Home Assistant Green innerhalb von drei Tagen mehrfach gehackt wurde, und mit dem Cyber Resilience Act im Nacken kann sich Home Assistant einen Store, in dem jeder alles ablegen darf, nicht mehr leisten. Ein Marketplace im Kern bedeutet Regeln, und Regeln bedeuten, dass nicht jedes Repository den Umzug überlebt.
Ich habe HACS nie geliebt, aber ich habe die Haltung dahinter gemocht: ein Store, den niemand kuratiert, weil die Community sich selbst kuratiert. Dass dieser Store jetzt in den Kern wandert, fühlt sich an wie der Tag, an dem der Hinterhof-Flohmarkt eine Hausordnung bekommt. Vermutlich wird dadurch alles sicherer und einsteigerfreundlicher. Trotzdem bin ich mir nicht sicher, ob mir die Version ohne Hinterhof genauso gut gefällt.
Aufräumen vor dem 4. November
Tun musst du jetzt erst einmal nichts, und das ist auch meine Empfehlung: HACS nicht vorab deinstallieren und auf die Release Notes zu 2026.11 warten. Was sich lohnt, ist der Blick in den Ordner custom_components. Alles, was dort für Geräte liegt, die du nicht mehr hast, kann weg, bevor ein Marketplace mit Regeln darüber stolpert.
Für Einsteiger ist das die beste Nachricht seit Langem. Der Schritt, an dem ich zweimal ausgestiegen bin, verschwindet im November aus jeder Anleitung. Sobald Home Assistant den Blogpost oder die Release Notes veröffentlicht, bekommt dieser Artikel ein Update mit dem Migrationspfad.
Was passiert mit HACS in Home Assistant 2026.11?
HACS wird zur eingebauten Integration Marketplace. Die Entwicklung läuft ab dem 16. Oktober 2026 im Home-Assistant-Core, das HACS-Repository nimmt keine neuen Funktionen mehr an. Der Release 2026.11 wird am 4. November 2026 erwartet.
Muss ich HACS vor dem Update deinstallieren?
Dazu gibt es noch keine offizielle Aussage. Die Ankündigung auf GitHub beschreibt nur den Weg für Entwickler, der Migrationspfad für Nutzer soll mit den Release Notes zu 2026.11 kommen. Bis dahin: nichts entfernen.
Brauche ich für den Marketplace noch ein GitHub-Konto?
Unklar. XDA berichtet, Standard-Installationen bräuchten künftig weder Konto noch Token, Home Assistant hat das bisher nicht bestätigt. HACS brauchte das Konto, weil es seine Kataloge direkt von GitHub lud.
Wie viele Home-Assistant-Nutzer verwenden HACS?
398.861 Installationen melden HACS an die öffentliche Statistik von Home Assistant, Stand 17. Oktober 2026. Das sind 71 Prozent der 557.514 Installationen, die ihre Integrationen teilen. Deutschland stellt mit 135.601 Installationen die größte Nutzergruppe.






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