Die AEG Roomovi ist das erste Gerät, das die Bauart der Midea PortaSplit kopiert, und sie kommt genau dann, wenn niemand eine Klimaanlage braucht: im Februar. Ich finde das nicht schlimm. Im Juni habe ich mit einem sterbenden Monoblock vor einem leeren PortaSplit-Lager gestanden, und seitdem halte ich jeden Termin für gut, der nicht in eine Hitzewelle fällt.
Was es bisher gibt, ist ein vorläufiges Datenblatt mit Renderings, ein Händlerpreis im B2B-Shop und eine Reihe offener Fragen. Eine Roomovi habe ich nicht in der Hand gehabt, eine PortaSplit übrigens bis heute auch nicht. Alles hier stammt aus dem Datenblatt des Vertriebs Prosatech, dessen Shop und dem Gespräch, das heise mit dem Material geführt hat.
- Die AEG Roomovi ist eine mobile Split-Klimaanlage mit fest verbundener 2-Meter-Kältemittelleitung, Propan (R290) und 3,5 kW Kühl- und Heizleistung laut vorläufigem Datenblatt vom 2. Oktober 2026.
- Das Innengerät wiegt 23 Kilo, das Außengerät 9 Kilo. Die Midea PortaSplit bringt innen 32,5 Kilo auf die Waage.
- Der Vertrieb Prosatech nennt Februar 2027 und 1249 Euro für Weiß, 1299 Euro für Anthrazit, bestätigt ist beides nicht. Im B2B-Shop steht die weiße RM02-35-W am 17. Oktober 2026 mit 873,11 Euro als lieferbar.
- Gebaut wird sie nicht von Electrolux. AEG ist hier ein Lizenzname, dahinter steht Solar Solutions, bisher für Photovoltaik unter dem AEG-Logo zuständig.
- Offen sind Kondensatabfluss, Matter, ein Flüstermodus für das Außengerät und eine Halterung für normale Fenster. Amazon, idealo und aeg.de listen das Gerät am 17. Oktober noch nicht.
23 Kilo statt 32,5: Der Unterschied steckt im Innengerät
Das Prinzip ist dasselbe wie bei der PortaSplit. Draußen hängt ein kleines Außengerät mit Kompressor, drinnen steht ein Kasten mit Wärmetauscher und Lüfter, dazwischen läuft eine fest verbundene Kältemittelleitung von 2 Metern. Einen Abluftschlauch, der die warme Luft durchs gekippte Fenster quetscht, gibt es nicht, und genau das ist der Grund, warum diese Bauart seit zwei Sommern so gefragt ist.

Der Unterschied liegt auf der Waage. Das Innengerät wiegt 23 Kilo, das Außengerät 9 Kilo, zusammen 35 Kilo netto. Bei der PortaSplit sind es innen 32,5 Kilo, das Außengerät ist laut Mark Mantel bei heise rund zehn Prozent schwerer.
9,5 Kilo klingen nach wenig, bis man das Ding eine Treppe hochträgt. Wer die Anlage im Sommer vom Schlafzimmer ins Büro umzieht, merkt den Unterschied bei jedem Umzug. Das Innengerät misst 495 mal 607 mal 280 Millimeter, also ungefähr so groß wie ein kleiner Kühlschrank fürs Büro.
3,22 oder 3,5 Kilowatt: Das Datenblatt widerspricht sich selbst
Im Datenblatt von Prosatech, das laut PDF-Metadaten am 2. Oktober 2026 erstellt wurde, stehen zwei verschiedene Leistungsangaben. Der Fließtext verspricht bis zu 3,22 kW, die Tabelle zwei Seiten weiter nennt 3,5 kW für Kühlen und Heizen. Welche Zahl am Ende aufs Typenschild kommt, weiß im Moment vermutlich nicht einmal der Hersteller, das Gerät ist ausdrücklich noch in der Entwicklung.
Der Rest der Tabelle liest sich solide. SCOP 4,0 und SEER 6,1, also Energieeffizienz A+ beim Heizen und A++ beim Kühlen, 1220 Watt Aufnahme im Kühlbetrieb, Heizen bis minus 10 Grad Außentemperatur. Als Kältemittel sind 370 Gramm R290 eingefüllt, das ist Propan, brennbar, aber mit einem Bruchteil des Treibhauspotenzials von R32, das in der aktuellen PortaSplit steckt.

Bei der Lautstärke nennt das Datenblatt 39 dB(A) im Silent-Modus und 51 dB(A) auf Turbo, das Außengerät kommt auf 56 dB(A). Das sind fast die Werte der PortaSplit. Nur die Raumgröße fällt aus dem Rahmen: AEG empfiehlt 25 bis 30 Quadratmeter, Midea traut dem fast gleich starken Gerät 42 Quadratmeter zu. Einer von beiden ist hier entweder vorsichtig oder optimistisch.
AEG steht drauf, Solar Solutions baut sie, Prosatech verkauft sie
Auf der letzten Seite des Datenblatts steht der Satz, der das Produkt einordnet: AEG ist eine Marke von AB Electrolux, genutzt unter Lizenz von Solar Solutions. Die Firma hat bisher Wechselrichter und Speicher unter dem AEG-Logo verkauft, die Garantiebedingungen liegen auf aeg-solar.com. Wer also eine Klimaanlage aus dem Hausgeräte-Konzern erwartet, bekommt eine Klimaanlage aus dem Photovoltaik-Regal, mit 3 Jahren Garantie als Standard.
Den deutschen Vertrieb macht Prosatech. In dessen B2B-Shop steht die weiße Variante RM02-35-W schon als Artikel, mit 873,11 Euro in den Produktdaten und dem Status lieferbar, Stand 17. Oktober. Das ist der Preis, den Installateure nach Anmeldung sehen, nicht der Endkundenpreis.

Rechnet man Marge und Mehrwertsteuer drauf, landet man ziemlich genau bei der UVP von 1249 Euro, die wattmoves und SmarthomeAssistent aus dem Vertrieb erfahren haben. Die anthrazitfarbene Variante soll 1299 Euro kosten.
Der Termin heißt Februar 2027, öffentlich bestätigt hat ihn bisher niemand. Bei einem Gerät, von dem es nur Renderings gibt und dessen Halterung im Datenblatt ausdrücklich nicht der Serienstand ist, halte ich das für sportlich. Amazon, idealo und aeg.de kennen die Roomovi heute noch nicht, ich habe nachgesehen.
Was der AEG Roomovi gegenüber der Propan-PortaSplit noch fehlt
Der eigentliche Gegner der Roomovi steht noch gar nicht im Regal. Es ist die PortaSplit, die Midea für 2027 angekündigt hat: Die neue PortaSplit bekommt ebenfalls R290, dazu Matter, einen entnehmbaren Filter gegen den berüchtigten Fehler P1 und ein überarbeitetes Design. Zu all diesen Punkten sagt das Roomovi-Datenblatt nichts.
Konkret fehlen vier Dinge. Wo das Kondenswasser hinläuft, steht nirgends, bei der PortaSplit war genau das ein Dauerthema. Matter taucht nicht auf, gesteuert wird per Fernbedienung oder AEG-App über WLAN.
Ein Flüstermodus fürs Außengerät, wie ihn Midea mit Out-Silent anbietet, ist nicht erwähnt. Und die Halterungen decken Balkon, französischen Balkon, Dachfenster und Erdgeschoss ab, das normale Fenster im dritten Stock nicht.
Dafür gibt es eine Zeile, die Midea nicht hat: Die Roomovi ist laut Datenblatt auch für den Wohnwagen gedacht. Ob das mehr ist als ein Satz aus der Marketingabteilung, zeigt sich erst, wenn jemand die 35 Kilo über einen Campingplatz trägt.

Mich beschäftigt weniger das Gerät als die Marke auf dem Gehäuse. AEG steht bei mir für die Waschmaschine meiner Eltern, nicht für einen Solar-Lizenznehmer, der jetzt Klimaanlagen in Auftrag gibt. Vielleicht ist das die ehrliche Seite der Geschichte: Die PortaSplit hat einen Markt geschaffen, in dem ein guter Name reicht, um mitzuspielen. Ob der Name auch hält, wenn im Juli der Kompressor zickt, entscheidet nicht Electrolux.
Auf Februar warten oder auf Midea?
Für mich ist die Antwort klar: Ich warte auf beide, und zwar bis es Tests gibt. Eine Klimaanlage im Februar zu kaufen, nur weil sie als Erste da ist, ergibt wenig Sinn, und ein Gerät ohne Kondensat-Antwort und ohne Matter kaufe ich nicht ungesehen. Wer dagegen im Sommer vor der Alternativen-Frage stand, bekommt im Februar zum ersten Mal eine echte Antwort statt eines Monoblocks mit Schlauch.
Das Gewicht spricht für die AEG Roomovi, der angekündigte Matter-Support für Midea. Beim Preis ist bei beiden noch alles Spekulation. Das letzte Mal, als ich im Sommer um 15 Uhr vor einem Klimaanlagen-Drop saß, war das Gerät nach einer Minute weg. Ein Februar-Start ist auch die Chance, dass es diesmal anders läuft.
Sobald Prosatech Preis und Termin bestätigt oder ein finales Datenblatt auftaucht, bekommt dieser Artikel ein Update.
Wann kommt die AEG Roomovi auf den Markt?
Im Februar 2027, wenn die Angaben des deutschen Vertriebs Prosatech stimmen. Öffentlich bestätigt ist der Termin nicht, das Datenblatt vom Oktober 2026 trägt noch den Vermerk vorläufig und zeigt Renderings statt Fotos.
Was kostet die AEG Roomovi?
1249 Euro für die weiße und 1299 Euro für die anthrazitfarbene Variante, so die bisher unbestätigte Preisempfehlung aus dem Vertrieb. Im B2B-Shop von Prosatech steht die weiße RM02-35-W mit 873,11 Euro in den Produktdaten, das ist der Händlerpreis.
Was unterscheidet die AEG Roomovi von der Midea PortaSplit?
Vor allem das Gewicht: Das Innengerät der Roomovi wiegt 23 Kilo statt 32,5 Kilo. Die Leistung liegt bei beiden um 3,5 kW, die Roomovi nutzt Propan als Kältemittel, die aktuelle PortaSplit noch R32. Matter und ein Flüstermodus für das Außengerät fehlen bei der Roomovi bisher.
Kann die AEG Roomovi auch heizen?
Ja, laut Datenblatt mit bis zu 3,5 kW Heizleistung bei Außentemperaturen bis minus 10 Grad. Sie arbeitet als Luft-Luft-Wärmepumpe und hat zusätzlich einen Ventilator- und einen Entfeuchtungsmodus.






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