Die Midea H-Pack verkaufen gerade eine Menge Tech-Blogs als die nächste PortaSplit, diesmal für die Heizung. Bei mir weckt das Wort Monoblock seit Juni andere Bilder: mein altes Klimagerät, das in der ersten Hitzewelle kapituliert hat, während die PortaSplit ausverkauft war. Die H-Pack ist auch ein Monoblock, gehört aber in den Keller statt ans Fenster, und das geht in der aktuellen Berichterstattung ziemlich unter.
Eine H-Pack habe ich nicht, eine PortaSplit übrigens auch nicht. Alles hier stammt aus den Unterlagen von Midea, einem Händler-Listing, der österreichischen Fachpresse und der Förderliste des Bundes, jeweils mit Datum.
- Die Midea H-Pack ist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe zur Innenaufstellung ohne Außengerät, mit 5 kW Heizleistung plus 3 kW Zusatzheizer und Propan (R290) als Kältemittel.
- Vorgestellt wurde sie schon auf der Heizungsmesse ISH 2025. Die Berichterstattung in Deutschland läuft erst seit dem 13. September 2026, meist mit Verweis auf die PortaSplit.
- Der Fachhändler Klimaworld listet die H-Pack am 28. September 2026 für 1899 Euro als auf Lager, bestellt wird dort per Preisanfrage.
- In der BAFA-Liste förderfähiger Wärmepumpen fehlt die H-Pack laut Förder-Atlas von artgerecht-bauen (Stand 28. September 2026), gelistet sind dort 82 andere Midea-Geräte.
- Anders als die PortaSplit braucht die H-Pack zwei Durchführungen durch Wand oder Dach, einen Anschluss ans Heizsystem und einen Fachbetrieb für die Installation.
Neu ist die Midea H-Pack nicht, nur die Aufmerksamkeit
Wer nur die Artikel der letzten zwei Wochen liest, hält die H-Pack für eine Herbstneuheit. SmarthomeAssistent schreibt, sie solle ab diesem Herbst erhältlich sein, IMTEST titelt, sie komme noch 2026. Tatsächlich hat Midea das Gerät schon auf der Heizungsmesse ISH im Frühjahr 2025 präsentiert und im April 2026 auf der Fachmesse MCE nachgelegt.
Die deutsche Welle begann erst am 13. September mit China-Gadgets, danach kamen giga, IMTEST, Allround-PC und SmarthomeAssistent, fast immer mit dem Aufhänger PortaSplit. Dass dieser Aufhänger zieht, sehe ich an den PortaSplit-Artikeln hier im Blog. Bei diesem Gerät führt er nur in die falsche Richtung.
Was die Midea H-Pack laut Datenblatt kann
Im Kern ist die H-Pack eine Monoblock-Wärmepumpe in Kühlschrankgröße. Alle Teile des Kältekreises stecken in einem Gehäuse, die Außenluft kommt über zwei Kanäle durch Wand oder Dach. Midea nennt 5 kW Heizleistung plus einen 3-kW-Heizstab, der österreichische Distributor Avancetec spricht von 4,5 kW und einer Wohnfläche bis 140 Quadratmeter.
| Midea H-Pack (HSR50N7-H1) | laut Midea und Händler-Listing |
|---|---|
| Heizleistung | 5 kW plus 3 kW Heizstab (Midea), 4,5 kW laut Avancetec |
| Kältemittel | R290 (Propan), 0,57 kg Füllmenge |
| Einsatzbereich Heizen | minus 20 bis plus 35 Grad Außentemperatur |
| Maße und Gewicht | 758 × 614 × 463 mm, 80 kg |
| Lautstärke | 50 dB innen, 55 dB(A) Schallleistung außen |
| Effizienzklasse Heizen | A+++ bei 35 Grad Vorlauf, A++ bei 55 Grad |
| Preis | 1899 Euro bei Klimaworld, Stand 28. September 2026 |
Beim Effizienzlabel lohnt der zweite Blick. A+++ gilt laut Listing bei Niedertemperatur, also 35 Grad Vorlauf (die Temperatur, mit der das Wasser in die Heizung geht), wie sie eine Fußbodenheizung braucht. Bei 55 Grad, dem typischen Wert für ältere Heizkörper, steht dort A++.
Mit der PortaSplit teilt sie den Hersteller, nicht das Prinzip
Die PortaSplit wurde zum Hit, weil Mieter sie ohne Handwerker ins Fenster klemmen können. Die H-Pack ist das Gegenmodell: Sie ersetzt oder ergänzt die Heizung, hängt am Wasserkreislauf des Hauses und braucht zwei Durchbrüche nach draußen. Der Händler weist ausdrücklich darauf hin, dass Installation und Inbetriebnahme Sache eines Fachbetriebs sind.

Gemeinsam haben beide das Kältemittel, jedenfalls die nächste PortaSplit-Generation, die ich im Artikel zur PortaSplit mit Propan beschrieben habe. Propan im Haus braucht ein Sicherheitskonzept, und das beschreibt Avancetec laut tga.at so: Die Gerätehülle ist dicht, ein eigener Gassensor überwacht sie, und bei einem Leck bläst das Gerät das Gas über den Abluftkanal nach draußen.
Wer eigentlich eine Kühlung für die Mietwohnung sucht, ist bei der H-Pack also falsch, auch wenn sie kühlen kann. Für diesen Fall bleiben die Auswege ohne PortaSplit, die ich im Juli gesammelt habe.
Kaufen geht schon, gefördert wird die Midea H-Pack noch nicht
Beim Fachhändler Klimaworld steht die H-Pack am 28. September für 1899 Euro, auf Lager mit fünf bis zehn Werktagen Lieferzeit. Einen Warenkorb gibt es dort aber nicht, nur den Knopf für eine Preisanfrage. Ob die HydroBox für den Heizkreis im Preis steckt, geht aus dem Listing nicht hervor.
Der österreichische Distributor Avancetec nennt auf seiner Website dagegen Ende 2026 als Verfügbarkeit, das EHPA-Gütesiegel sei noch in Arbeit, schreibt tga.at. Das passt zu dem Punkt, der für die meisten Käufer entscheidend sein dürfte: der Förderung.
Für die Bundesförderung für effiziente Gebäude listet das BAFA potenziell förderfähige Wärmepumpen im Wärmeerzeuger-Portal, einen Anspruch begründet die Listung allein noch nicht. Im Förder-Atlas von artgerecht-bauen, der diese Liste spiegelt, stehen mit Stand heute 82 Midea-Geräte, die H-Pack ist nicht dabei. Solange sie dort fehlt, dürfte es für sie keinen BEG-Zuschuss geben.
Fragen zur Midea H-Pack
Was ist die Midea H-Pack?
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, die komplett im Haus steht, etwa im Keller oder Hauswirtschaftsraum. Sie braucht kein Außengerät, sondern zwei Luftkanäle durch Wand oder Dach, und arbeitet mit dem Kältemittel Propan.
Was kostet die Midea H-Pack?
Der Fachhändler Klimaworld listet sie am 28. September 2026 für 1899 Euro, bestellt wird per Preisanfrage. Dazu kommen die Installation durch einen Fachbetrieb und je nach Anlage die HydroBox.
Wird die Midea H-Pack gefördert?
Stand 28. September 2026 wohl noch nicht. In der BAFA-Liste förderfähiger Wärmepumpen, wie sie der Förder-Atlas von artgerecht-bauen spiegelt, fehlt das Gerät, und die Zertifizierung läuft laut Distributor Avancetec noch.
Ist die H-Pack eine PortaSplit für die Heizung?
Nein. Sie stammt vom selben Hersteller, braucht aber Durchbrüche nach draußen, einen Anschluss an das Heizsystem und einen Fachbetrieb. Für Mieter, die ohne Handwerker kühlen wollen, ist sie nicht gedacht.
Die H-Pack löst ein echtes Problem, nur nicht das der PortaSplit-Käufer
Ich halte die H-Pack für eine gute Idee an der richtigen Stelle: Reihenhaus oder Altbau-Eigentumswohnung ohne Platz für ein Außengerät, dafür mit Keller oder Hauswirtschaftsraum. Wer so wohnt, sollte trotzdem warten, bis sie auf der BAFA-Liste steht. 1899 Euro im Listing klingen nach wenig, die Rechnung schreibt am Ende aber der Fachbetrieb, und ohne Förderung trägt man sie komplett selbst.
Wer im Juni wie ich vor einem kapitulierten Monoblock stand und eine Kühlung für die Wohnung sucht, findet hier dagegen keine Lösung. Auch wenn die Überschriften es gerade anders klingen lassen.





