Im Juni 2026 trug jemand eine weitere Domain in eine Datenbank ein, und plötzlich gab es insgesamt mehr als 18 Millionen aktive .de-Adressen. Die DENIC eG, die Genossenschaft hinter der deutschen Landerkennung, meldete den Meilenstein Anfang Juli. Dies Zahl zeigt, wie dicht der Namensraum inzwischen geworden ist.
Wer registriert eigentlich .de-Domains?
Ende 2025 zählte DENIC 17.663.886 .de-Domains, davon rund 15,5 Millionen bei Inhabern mit Adresse in Deutschland. Knapp 2,15 Millionen lagen bei Inhabern im Ausland, also 12,2 Prozent des Gesamtbestands. Dieser internationale Anteil wächst: Zwischen 2024 und 2025 stieg er um 3,3 Prozent, entsprechend 69.400 zusätzlichen Domains. Inländische Registrierungen gingen im gleichen Zeitraum leicht zurück. Das ist kein Nebenpunkt: Ausländische Inhaber treiben das .de-Wachstum gerade starker als inländische.
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Warum .de im deutschen Markt anders funktioniert als .com
Eine Ipsos-Befragung von mehr als 1.000 Personen, die DENIC im Dezember 2025 in Auftrag gab, liefert Zahlen, die selten so klar formuliert werden: Mussten sich die Teilnehmer bei freier Wahl für eine Endung entscheiden, wählen 72 Prozent .de und 29 Prozent .com. Die ungestützte Bekanntheit von .de liegt bei 79 Prozent gegenüber 67 Prozent bei .com; 78 Prozent der Befragten gaben an, mit .de äußerst oder sehr vertraut zu sein, gegenüber 64 Prozent bei .com.
Das hat Konsequenzen, die über Branding hinausgehen. Eine .de-Domain beeinflusst Klickrate und E-Mail-Zustellrate, weil deutsche Spam-Filter und Nutzer die Landerkennung als Vertrauenssignal werten; der direkte Einfluss auf das Google-Ranking ist dagegen gering und sollte nicht überschätzt werden. Wer mit deutschem Kundenstamm unter einer .io oder .net operiert, zahlt einen unsichtbaren Vertrauensabschlag.
Der Sekundarmarkt: Warum Warten teuer werden kann
Der Namensraum wächst, aber die naheliegenden Namen verschwinden schnell. Wer die passende Domain nicht registriert, solange sie frei ist, findet sie später oft im Sekundärmarkt wieder, wo etablierte .de-Adressen zu einem Vielfachen des ursprünglichen Registrierungspreises gehandelt werden. Für eine Geschäftsidee, die noch nicht spruchreif ist, aber einen Namen verdient, ist das ein konkretes finanzielles Risiko.
Hintergrundinformationen zur regionalen Verteilung liefern die jährlichen Auswertungen der DENIC, die zeigen, wie unterschiedlich dicht der Namensraum je nach Bundesland ist. Hamburg kommt auf 330 .de-Domains je 1.000 Einwohner, Sachsen-Anhalt auf 87. Wer in einer Wachstumsregion aktiv ist, spürt den Druck früher.
.de, .com oder doch was anderes?
Neben .de stehen Inhabern in Deutschland Dutzende Endungen offen. .com ist international die bekannteste, aber für den deutschen Markt bietet .de den klareren lokalen Referenzpunkt. Selbst internationale Konzerne, die seit Jahren eine .com-Hauptdomain betreiben, halten für ihren deutschen Auftritt regelmäßig eine .de-Variante parallel. Der Grund ist pragmatisch: Deutsche Nutzer tippen .de, wenn sie eine deutsche Website erwarten.
Branchenspezifische Endungen wie .shop, .tech oder .io funktionieren gut für Positionierung, aber schlechter für Wiedererkennbarkeit außerhalb der jeweiligen Szene. Wer eine allgemeine Firmenpräsenz aufbaut, gewinnt mit .de mehr als er verliert.
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Die Entwicklung von .de in Zahlen
Die Geschichte der Landerkennung ist kurz und steil. 1986 wurde .de in der globalen IANA-Datenbank eingetragen, zunächst aus den USA verwaltet. 1988 übernahm die Universität Dortmund, mit einer handgepflegten Liste von sechs Domains. 1996 gründeten 37 Internet Service Provider die DENIC eG, damaliger Bestand: rund 50.000 Adressen. 1999 wurde die erste Million geknackt, 2006 die zehn Millionen. Heute steht der Zähler über 18 Millionen, und statistisch ist fast jeder sechste Einwohner Deutschlands Inhaber einer .de-Adresse.
Für alle, die noch nicht dabei sind: Der Namensraum wird nicht freier, nur weil man wartet.






