Apple HomeView heißt das Display, über das ich am 21. September noch als Apple Home Hub mit einem Siri-Problem geschrieben habe. Seit heute Nachmittag ist es offiziell, und das Problem steht jetzt in Apples eigener Pressemeldung. In der EU wird das Gerät nicht verkauft.
Bestellen kannst du in Deutschland trotzdem etwas, nämlich den HomePod mini 2 und das neue Apple TV 4K. Ich habe die deutschen und die amerikanischen Meldungen nebeneinandergelegt, und in den deutschen fehlt ein ganzes Kapitel.
Ich habe keines der Geräte in der Hand gehabt. Grundlage sind Apples vier Pressemeldungen vom 13. Oktober 2026 in der deutschen und der US-Fassung, die Kaufseiten im deutschen Apple Store und der Vor-Ort-Bericht von The Verge. Preise und Bestellstatus habe ich am Nachmittag des 13. Oktober selbst abgerufen.
- Apple HomeView ist ein Smart-Home-Display mit 7 Zoll und A18-Chip für 299 US-Dollar, als Tischmodell mit Lautsprecherfuß und als Wandmodell. Vorbestellung seit 13. Oktober 2026, Auslieferung ab 13. November.
- In der EU verkauft Apple das HomeView nicht. Begründung laut deutscher Pressemeldung: Siri AI ist unter iOS in der EU derzeit nicht verfügbar. Startländer sind USA, Kanada, Großbritannien, Australien, Neuseeland, Indien, Singapur und Südafrika.
- Der HomePod mini 2 kostet in Deutschland 169 Euro und kommt am 30. Oktober, das Apple TV 4K der vierten Generation kostet 349 Euro und kommt am 13. November. Beide waren am 13. Oktober im deutschen Apple Store vorbestellbar.
- Die US-Meldung zum Apple TV 4K nennt Siri AI samt Überschrift 14-mal, die deutsche kein einziges Mal. Beim HomePod mini 2 steht es 15 zu 0. Siri AI startet auf beiden Geräten nur auf Englisch und nur in acht Ländern.
- Laut Wayback-Archiv kostete der HomePod mini im deutschen Apple Store Ende August 139 Euro, das Apple TV 4K Anfang September 229 und 299 Euro.
- Die Apple Home Collection von LG und Schneider Electric kommt ab Dezember 2026 in die USA und nach Kanada, die Kameras und die Türklingel auch nach Großbritannien. Deutschland nennt Apple nicht.
Apple HomeView startet in acht Ländern, die EU fehlt
Das HomeView ist ein 7-Zoll-Display mit A18-Chip, das es in zwei Bauformen gibt. Das Tischmodell sitzt per Scharnier auf einem runden Lautsprecherfuß, das Wandmodell hängt an einer von drei Halterungen von Schneider Home. Beide kosten 299 US-Dollar und werden ab Freitag, 13. November ausgeliefert.
Eine Kamera erkennt bis zu sechs Personen am Gesicht und zeigt jeder ihren eigenen Startbildschirm. Für das Smart Home gibt es ein Zifferblatt mit bis zu neun Kamera-Livebildern, dazu steuert das Display alles, was Apple Home oder Matter spricht. Matter ist der gemeinsame Standard, über den Geräte verschiedener Hersteller in derselben App landen.

Vorbestellen kann man seit heute in den USA, Kanada, Großbritannien, Australien, Neuseeland und Indien, Singapur und Südafrika folgen. Für die EU schreibt Apple in der deutschen Pressemeldung, Apple HomeView werde dort nicht angeboten, „da Siri AI unter iOS in der EU derzeit nicht verfügbar ist“. Man arbeite mit der EU an einer Lösung.
Ein Gesetz oder eine Frist nennt Apple nicht. Reuters gibt den Konzern allgemein mit EU-Vorschriften wieder, ein Gesetz nennt auch dort niemand.
Als Apple die neue Siri im September vom EU-iPhone ausschloss, begründete der Konzern das mit Datenschutz und Sicherheit. Macerkopf und ifun nannten damals den Digital Markets Act als Hintergrund, also das Gesetz, das große Plattformen zur Öffnung für Konkurrenten zwingt. Welches Regelwerk gemeint ist, lässt Apple auch heute offen.
Auf apple.com/de gibt es zum HomeView bisher nicht einmal eine Produktseite, die Adresse führt ins Leere.
In der deutschen Pressemeldung kommt Siri AI nicht vor
Die amerikanische Meldung zum Apple TV 4K trägt Siri AI in der Überschrift. Überschrift und Bildzeilen mitgezählt fällt der Begriff in der US-Fassung 14-mal, er hat dort einen eigenen Abschnitt. In der deutschen Fassung steht er kein einziges Mal, sie ist rund 400 Wörter kürzer.
Beim HomePod mini 2 dasselbe Bild: 15-mal in den USA, null in Deutschland. Übrig geblieben ist eine Fußnote, laut der die Sprachsteuerung für das neue Leuchtfeld ein iPhone mit Apple Intelligence braucht. Apple beschreibt für Deutschland ein anderes Produkt als für die USA.
Gestrichen wurde der Teil, mit dem Apple die Geräte in den USA verkauft. Dort beantwortet das Apple TV Fragen zum laufenden Film in einer Bildschirm-Einblendung und sucht Serien im Gespräch. Der HomePod mini 2 bekommt die neue Siri per späterem Update. Beides gilt laut US-Meldung nur auf Englisch und nur in den acht HomeView-Ländern.
Dazu kommt eine Bedingung aus dem Kleingedruckten. Siri AI auf dem Apple TV setzt voraus, dass der Besitzer des Zuhauses in der Home-App ein iPhone oder iPad mit eingeschalteter Siri AI hat. Auf iPhone und iPad ist sie in der EU zum Start aber nicht verfügbar, das schreibt Apple in derselben Fußnote.

HomePod mini 2 und Apple TV 4K: bestellbar und teurer als die Vorgänger
Im deutschen Apple Store steht der HomePod mini 2 seit heute für 169 Euro zur Vorbestellung, Liefertermin 30. Oktober. Das Apple TV 4K (4. Generation) kostet 349 Euro und kommt am 13. November. Beide Preise stehen auch in Apples deutscher Pressemeldung.
Ich habe im Wayback-Archiv nachgesehen, was vorher dort stand. Am 29. August kostete der HomePod mini im deutschen Apple Store 139 Euro, am 1. September das Apple TV 4K mit 64 GB und WLAN 229 Euro, mit 128 GB und Ethernet 299 Euro.
Jetzt gibt es nur noch ein Modell. Der Lautsprecher wird 30 Euro teurer, die Box je nach Vergleich 50 oder 120 Euro.
Mit den US-Preisen hat das wenig zu tun. Dort stehen 149 und 299 Dollar ohne Steuer, mit 19 Prozent Mehrwertsteuer landet man ungefähr bei den deutschen Zahlen. Einen Sonderaufschlag zahlt Deutschland also nicht, die neue Siri gibt es fürs selbe Geld aber nur drüben.

Was in Deutschland ankommt, ist trotzdem mehr als ein Farbwechsel. Das Apple TV hat drei Fernfeldmikrofone und hört damit ohne Fernbedienung auf „Hey Siri“, laut Fußnote ausdrücklich auch mit Deutsch als Systemsprache. Drin stecken ein A19-Chip mit AV1-Decoder und Thread, die Fernbedienung lässt sich per „Wo ist?“ orten.
Neu ist außerdem ein Surround-Set aus vier Lautsprechern. Vier HomePod mini 2 oder vier HomePod der zweiten Generation hängen sich paarweise vorne und hinten ans neue Apple TV und messen sich selbst ein. Mit einem älteren Apple TV geht das laut Apple nicht.
Laut US-Pressemeldung läuft Siri AI als Beta auf jedem Apple TV 4K ab der zweiten Generation. Sollte Apple die neue Siri irgendwann für Deutschland freigeben, bekommt sie also auch die Box, die schon unter deinem Fernseher steht. Exklusiv für das neue Modell sind die eingebauten Mikrofone, der schnellere Chip und das Surround-Set mit vier Lautsprechern.
Apple Home Collection: LG und Schneider liefern, nur nicht nach Deutschland
Zum ersten Mal verkauft Apple Smart-Home-Zubehör unter eigenem Dach. Die Apple Home Collection besteht aus vier Kameras samt Videotürklingel, einem Türschloss, zwei Thermostaten und Temperatursensoren, gebaut von LG Electronics und Schneider Electric. Eingerichtet wird per Antippen mit dem iPhone, eine Hersteller-App oder ein Hersteller-Konto gibt es nicht.
Technisch ist das die Liste, die ich mir von jedem Hersteller wünsche. Alle Geräte sprechen Thread, das Schloss dazu Matter und Aliro und arbeitet laut Apple komplett lokal. Aliro ist der neue Standard, mit dem ein Schloss den digitalen Schlüssel im Handy herstellerübergreifend erkennt. Die Kameras zeichnen in 2,5K auf und legen zehn Tage Verlauf verschlüsselt in iCloud+ ab, wofür die Kamera-Staffel der iCloud-Tarife gilt.

Nur kaufen kann man hier nichts davon. Schloss, Thermostate und Sensoren nennt Apple für die USA und Kanada, die Kameras und die Türklingel zusätzlich für Großbritannien, Start ab Dezember. Jennifer Pattison Tuohy, die die Geräte für The Verge in New York gesehen hat, beschreibt das Schloss als Ersatz für einen amerikanischen Deadbolt und die Thermostate als Regler für nordamerikanische Klimaanlagen.
Für deutsche Haustüren mit Profilzylinder und für Heizkörper ist das also gar nicht gebaut. Den zweiten Partner kenne ich aus einem anderen Zusammenhang. Schneider Electric liefert das Thermostat und die Wandhalterungen fürs HomeView und ist derselbe Konzern, der gerade Shelly für 1,2 Milliarden Euro übernimmt. Ob daraus je ein europäisches Apple-Gerät wird, sagt heute niemand.
Fragen zu Apple HomeView in Deutschland
Kommt Apple HomeView nach Deutschland?
Vorerst nicht. Apple schreibt in der deutschen Pressemeldung vom 13. Oktober 2026, das HomeView werde in der EU nicht verkauft, weil Siri AI unter iOS in der EU derzeit nicht verfügbar ist. Einen Termin nennt Apple nicht, nur dass man mit der EU an einer Lösung arbeitet.
Was kostet Apple HomeView?
299 US-Dollar, sowohl als Tischmodell als auch als Wandmodell. Die Wandhalterungen von Schneider Home kosten extra, ab 59,95 US-Dollar. Einen Euro-Preis gibt es nicht, weil das Gerät in der EU nicht angeboten wird.
Was kosten HomePod mini 2 und Apple TV 4K in Deutschland?
Der HomePod mini 2 kostet 169 Euro, das Apple TV 4K der vierten Generation 349 Euro. Beide lassen sich seit dem 13. Oktober 2026 im deutschen Apple Store vorbestellen. Der HomePod mini 2 kommt am 30. Oktober, das Apple TV 4K am 13. November.
Gibt es Siri AI auf dem Apple TV 4K in Deutschland?
Nein, zum Start nicht. Laut US-Pressemeldung läuft Siri AI auf dem Apple TV 4K nur auf Englisch in den USA, Kanada, Großbritannien, Australien, Neuseeland, Indien, Singapur und Südafrika. Die herkömmliche Siri funktioniert auf dem neuen Apple TV auch auf Deutsch und dank eingebauter Mikrofone ohne Fernbedienung.
Kommt die Apple Home Collection nach Deutschland?
Dafür gibt es keine Ankündigung. Apple nennt für Schloss, Thermostate und Sensoren nur die USA und Kanada, für Kameras und Videotürklingel zusätzlich Großbritannien. Der Verkauf beginnt im Dezember 2026, einzelne Geräte folgen Anfang 2027.
Ich bestelle heute nichts davon
Im September stand in meiner Überschrift, das Display sei um eine Siri gebaut, die es in der EU auf dem iPhone nicht gibt. Dass Apple daraus drei Wochen später selbst den Grund macht, das Gerät hier gar nicht zu verkaufen, darauf hätte ich nicht gewettet. Ich hatte mit einem abgespeckten HomeView gerechnet, so wie es jetzt bei Lautsprecher und Fernsehbox passiert.
Für mich heißt das: Das Apple TV 4K für 349 Euro lasse ich liegen. Bei mir steht der Vorgänger im Büro und kommt dort gelegentlich zum Einsatz, im Rest des Hauses streamen die Samsung-Fernseher selbst, und die sind noch recht aktuell. Sollte Siri AI je nach Deutschland kommen, bekommt sie laut Apple jedes Apple TV 4K ab der zweiten Generation, meine alte Box also auch.
Der HomePod mini 2 ist für 169 Euro ein ordentlicher Home Hub mit leuchtendem Deckel. Wer den Vorgänger hat, verpasst wenig. Das Surround-Set reizt mich, kostet mit vier Lautsprechern und Box aber gut 1000 Euro.

Wer ein Display fürs Smart Home will, muss in Deutschland weiter woanders suchen oder warten. Worauf ich achte, ist der Tag, an dem Siri AI aufs deutsche iPhone darf. Vorher kommt Apple HomeView nach Apples eigener Begründung nicht.






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