Der Apple Home Hub soll im Oktober vorgestellt werden, schreibt Mark Gurman in seinem Bloomberg-Newsletter, das Gerät liegt unter dem Kürzel J490 bereits in den Wohnungen von Apple-Mitarbeitern. Ein quadratisches Display, das auf einem halbierten HomePod mini sitzt oder an der Wand hängt, gebaut um Siri AI. Und genau da fängt für mich das Problem an: Siri AI gibt es in der EU auf dem iPhone nicht, das hat Apple vor einer Woche selbst so hingeschrieben.
- Bloomberg (Mark Gurman, Power On vom 20. September 2026) meldet: Der Apple Home Hub, intern J490, wird breit in Wohnungen von Apple-Mitarbeitern getestet und könnte schon im Oktober vorgestellt werden
- Quadratisches Display kleiner als 8 Zoll, entweder auf einem Standfuß in Form eines halbierten HomePod mini oder an der Wand; die Kamera erkennt per Gesicht, wer davorsteht, ohne den Tiefensensor von Face ID
- Oberfläche als Mischung aus iOS, tvOS und watchOS, Einrichtung und einige Aufgaben laufen über ein iPhone; Kern ist Siri AI mit Zugriff auf Notizen, Kalender, Fotos und Nachrichten über alle Geräte hinweg
- Apple hat am 14. September 2026 selbst festgelegt: Siri AI ist in der EU auf iOS, iPadOS und watchOS zunächst nicht verfügbar, nur auf Mac und Vision Pro und nur mit englischer Systemsprache; Deutsch fehlt bis mindestens Oktober
- Preis, Name und Details zu Matter oder Thread nennt der Bericht nicht, Apple hat sich nicht geäußert; parallel werden ein neuer HomePod mini und ein Apple TV mit Siri AI erwartet
Was Gurman meldet: quadratisches Display, halber HomePod mini, Gesichtserkennung ohne Face ID
Das Gerücht ist alt, seit 2022 taucht ein Apple-Display fürs Zuhause in Gurmans Newsletter auf, ursprünglich für 2024 geplant und dann an der neuen Siri hängen geblieben. Neu ist der Stand: Laut Power On vom Sonntag testen Apple-Mitarbeiter den J490 inzwischen breit zu Hause, und das Gerät soll die „intelligent personal hub“-Strategie einlösen, die John Ternus beim Event am 9. September skizziert hat. Das iPhone ist der Hub für die Person, der Home Hub soll es fürs Haus werden.
Die Hardware klingt nach einem Echo Show mit kleinerem Bildschirm. Das Display ist annähernd quadratisch, steht auf einem Fuß, der wie ein halbierter HomePod mini aussieht, oder hängt in einer zweiten Variante an der Wand. Eine Frontkamera erkennt, wer gerade davorsteht, und passt Apps, Notizen, Termine, Nachrichten und Musik an diese Person an, ohne den Tiefensensor von Face ID, wie Engadget aus dem Bericht zitiert.
Dazu kommen ein Startbildschirm mit Widgets und Zifferblättern wie im StandBy-Modus. Videoanrufe und die Gegensprechfunktion zwischen Räumen gehören ebenfalls dazu. Die Oberfläche ist laut Gurman eine Mischung aus iOS, tvOS und watchOS, für die Einrichtung und einige Aufgaben braucht das Gerät ein iPhone. Ein Hub ist in Apples Sprache das Gerät, das zu Hause die Steuerung übernimmt, bisher machen das HomePod und Apple TV im Hintergrund, ohne Bildschirm.
Siri AI ist das Herz, und Apple hat es in der EU vom iPhone ausgeschlossen
Das eigentliche Argument für das Gerät ist die neue Siri: Sie soll geräteübergreifend finden, was jemand vor Wochen geschickt hat, ein bestimmtes Foto zeigen oder Einträge in Notizen und Kalender bearbeiten. Genau diese Siri hat Apple mit iOS 27 vor einer Woche freigegeben, und in der eigenen Pressemitteilung steht der Satz, der diesen Artikel trägt: Siri AI ist in der EU auf iOS, iPadOS und watchOS zunächst nicht verfügbar, Funktionen, die darauf aufbauen, ebenfalls nicht.
Auf dem Mac und der Vision Pro geht es in der EU, aber nur mit englischer Systemsprache. Steffen Zahn von Notebookcheck hat Apples Verfügbarkeitsliste nachgelesen: Deutsch fehlt auch im Oktober. Apple begründet die Sperre mit Datenschutz und Sicherheit und sucht nach eigenen Worten „einen Weg nach vorn“, Macerkopf und ifun nennen den Digital Markets Act als Hintergrund.
Der Home Hub läuft auf einem neuen System, das auf keiner dieser Listen steht. Ob Apple es wie den Mac behandelt oder wie das iPhone, weiß bis zum Event niemand. Ein Echo-Show-Konkurrent, dessen Hauptfunktion in Deutschland fehlt, wäre absurd, aber Apple hat genau das beim iPhone gerade gemacht. Und selbst im besten Fall rede ich mit meinem Wohnzimmer erst einmal auf Englisch.
Echo Show, Echo Hub, Nest Hub: Apple kommt als Letzter und mit dem größten Versprechen
Amazon verkauft den Echo Show seit 2017, der Echo Hub hat im Juni ein aufgeräumtes Dashboard und die Kamerasuche per Alexa+ bekommen, und Alexa+ läuft in Deutschland seit Mai, für Prime-Kunden inklusive, sonst für 23 Euro im Monat. Google hat sein Nest-Ökosystem letzte Woche für fremde KI-Agenten geöffnet, vorerst nur in den USA. Apple betritt einen Markt, in dem die anderen beiden schon beim zweiten KI-Anlauf sind.
Was Apple anders macht, ist der persönliche Kontext. Alexa+ kennt die Amazon-Einkäufe, aber nicht die Sprachnachricht, die jemand vor drei Wochen geschickt hat, Google Home kennt die Kameras, aber nicht die Notizen. Ein Hub, der beides zusammenführt, wäre das erste Gerät dieser Kategorie mit einem Grund, der über „Wetter und Timer“ hinausgeht. Nur ist das exakt der Teil, der an Siri AI hängt.
Was in der Meldung fehlt: Matter-Details und ein Preis
Gurman nennt keinen Preis und keinen Produktnamen, „Home Hub“ ist bisher die Bezeichnung der Presse. Zu Matter und Thread steht nichts im Bericht, obwohl das die Frage ist, die ein Smart-Home-Nutzer zuerst stellt: HomePod mini und Apple TV sind heute die Hubs für Apple Home und die Thread-Border-Router im Haus, ein neues Gerät in dieser Rolle müsste beides mitbringen. Alles andere wäre ein Tablet mit Standfuß.
Offen ist auch, was die Kamera für HomeKit Secure Video bedeutet. Apple hat die Plattform im Sommer auf 4K und KI-Auswertung umgebaut, ein Display, das Kamerabilder direkt zeigt, wäre die logische Ergänzung. Im Bericht kommen Kameras nur als Videoanruf vor.
Ich habe seit über zehn Jahren Sonos im Haus und einen Homey Pro als Zentrale, und in der ganzen Zeit hat mir kein Gerät gefehlt, das mich beim Vorbeigehen erkennt und mir meine Termine zeigt. Trotzdem lese ich diese Meldung anders als die zum Echo Show damals. Nicht wegen der Gesichtserkennung, sondern weil zum ersten Mal ein Hersteller den Hub als Ort für meinen Kram beschreibt, nicht als Fernbedienung für Lampen. Ob ich das will, weiß ich erst, wenn ich es auf Deutsch fragen kann.
Apple Home Hub: die kurzen Antworten zu Termin und Siri
Wann kommt der Apple Home Hub?
Laut Bloomberg möglicherweise im Oktober 2026, bestätigt ist nichts. Apple hat das Gerät nie angekündigt. Ende Oktober stellt Apple üblicherweise neue Macs vor, ein Event oder eine Pressemitteilung wären beide denkbar.
Funktioniert Siri AI auf dem Apple Home Hub in Deutschland?
Das ist offen. Apple schließt Siri AI in der EU auf iOS, iPadOS und watchOS aus, auf Mac und Vision Pro geht es nur mit englischer Systemsprache. Der Home Hub läuft auf einem neuen System, für das Apple noch keine Regel genannt hat. Deutsch fehlt bei Siri AI ohnehin bis mindestens Oktober.
Braucht der Apple Home Hub ein iPhone?
Ja, laut Gurman für die Einrichtung und einige Aufgaben. Das Gerät soll sich mit dem iPhone verbinden und dessen Inhalte wie Notizen, Kalender und Nachrichten über Siri AI zugänglich machen.
Was kostet der Apple Home Hub?
Einen Preis nennt der Bericht nicht. Auch ein Produktname fehlt, „Home Hub“ ist die Bezeichnung der Presse. Vergleichbare Geräte wie der Echo Show 8 kosten rund 150 bis 200 Euro, bei Apple ist ein höherer Preis wahrscheinlich, belegt ist er nicht.
Warum ich beim Oktober-Event zuerst auf die Fußnote schaue
Das Gerät selbst finde ich interessanter als jeden HomePod der letzten Jahre, weil es das erste Apple-Home-Produkt mit einem Bildschirm wäre und weil die Idee, den Hub um meine eigenen Daten statt um Lampen zu bauen, die richtige ist. Kaufen kann in Deutschland trotzdem niemand etwas, solange Apple nicht sagt, ob Siri AI auf diesem System in der EU läuft.
Bis dahin gilt: Wer ein Display für Kameras und Thermostate will, bekommt das heute bei Amazon für einen Bruchteil, wer auf Apple wartet, wartet auf eine Fußnote. Ich lese sie im Oktober als Erstes, noch vor dem Preis.





