Den Echo Dot 2026 hätte ich fast durchgewunken. Neuer Dot, mehr Bass, das gibt es alle paar Jahre, und bei mir ist das Alexa-Mikrofon seit dem Frühjahr ohnehin aus. Dann stand in Amazons Meldung ein Satz, der mich doch festgehalten hat: In der Kugel steckt zum ersten Mal ein Smart-Home-Hub für Zigbee, Matter und Thread.
Das ist die Sorte Kästchen, über die ich seit Wochen schreibe, nur dass es diesmal in einem Lautsprecher für 104,99 Euro wohnt. Und beim Nachlesen fiel mir auf, dass die zweite große Neuerung aus den deutschen Meldungen, der WLAN-Extender, in Deutschland gar nicht freigeschaltet ist. Dazu gleich mehr.
Getestet habe ich den neuen Dot nicht. Grundlage sind Amazons Pressemeldung vom 28. Oktober, die Produktseite auf Amazon.de, die Support-Seiten von eero und Amazons Entwickler-Doku zu Matter. Mein eigener Hub ist ein Homey Pro, meine Hue-Lampen hängen an der Hue Bridge.
- Der Echo Dot 2026 ist seit dem 28. Oktober 2026 für 104,99 Euro bei Amazon.de lieferbar, in Graphit, Weiß, Agavengrün und Korallenrosa. Die Kids-Edition kostet 114,99 Euro.
- Neu ist der eingebaute Smart-Home-Hub für Zigbee, Matter und Thread. Bisher hatten nur der große Echo, der Echo Dot Max und die Show-Modelle so einen Hub, der normale Dot konnte Matter-Geräte nur über WLAN steuern.
- Der eero-WLAN-Extender ist nicht neu, den hatte schon der Dot der 5. Generation von 2022. Laut eero-Support ist die Funktion nur in den USA, Kanada, Chile, Australien, Neuseeland, Japan und Großbritannien freigeschaltet, Deutschland fehlt.
- Dazu kommen der AZ3-Chip, ein viertes Mikrofon, der Omnisense-Sensor für Temperatur und Anwesenheit und laut Amazon 50 Prozent mehr Bass.
- Der Preis ist zweimal gestiegen: Der Vorgänger kostete bis August 64,99 Euro, seit dem 24. August 79,99 Euro, der neue Dot 104,99 Euro.
- Alexa+ Early Access ist im Kaufpreis enthalten, danach bleibt Alexa+ für Prime-Kunden kostenlos, ohne Prime kostet es 22,99 Euro im Monat.
Neu ist der Hub, nicht der WLAN-Extender
Von außen ist der Echo Dot 2026 die bekannte Stoffkugel. Der Lichtring ist laut Tom’s Guide zu einem kleinen Bogen an der Vorderseite geschrumpft, der Treiber ist minimal gewachsen, und Amazon verspricht 50 Prozent mehr Bass. Ob man das in der Küche hört, ist eine andere Frage.
Interessanter ist, was Amazon in seiner Meldung zum neuen Lineup als neu verkauft und was davon wirklich neu ist. Ich habe die Liste neben den Dot der 5. Generation von 2022 gelegt.
| Merkmal | Echo Dot (5. Gen., 2022) | Echo Dot 2026 |
|---|---|---|
| Chip | AZ2 | AZ3 |
| Smart-Home-Hub | keiner, Matter nur über WLAN | Zigbee, Matter und Thread |
| Sensorik | Temperatursensor | Omnisense: Temperatur und Anwesenheit |
| Mikrofone | drei | vier |
| eero Built-in | ja, in Deutschland nicht freigeschaltet | ja, in Deutschland nicht freigeschaltet |
| UVP | 64,99 Euro, seit August 79,99 Euro | 104,99 Euro |
Der Hub ist die eine echte Neuerung. Ein normaler Dot konnte bisher Matter-Geräte im WLAN steuern, mehr nicht. Für Zigbee-Lampen oder Thread-Thermostate brauchte es den großen Echo, den Echo Dot Max oder einen Echo Show. Jetzt reicht die 105-Euro-Kugel.
Laut AppleInsider arbeitet sie dabei als Thread Border Router. Thread Border Router = das Gerät, das das stromsparende Thread-Funknetz der Sensoren und Thermostate mit deinem Heimnetz verbindet. Bisher musste dafür ein weiteres Kästchen her.
Der eero-Extender steht in jeder deutschen Meldung, nur nicht bei eero
ComputerBase, Golem, CHIP und netzwelt schreiben alle vom integrierten eero-WLAN-Extender, der die Abdeckung um bis zu 93 Quadratmeter erweitert. Das stimmt, steht so in Amazons US-Meldung, und es ist trotzdem für die meisten Leser hier wertlos. Erstens hatte der Dot der 5. Generation die Funktion schon, The Verge hat sie im September 2022 als wichtigste Neuerung des damaligen Dots beschrieben.
Zweitens, und das wiegt schwerer: eero Built-in ist laut der deutschen eero-Supportseite eine optionale Funktion für die USA, Kanada, Chile, Australien, Neuseeland, Japan und Großbritannien. Deutschland steht nicht in der Liste, obwohl eero seine Router hier verkauft. Futurezone hatte im November 2025 bei Amazon nachgefragt und als Antwort bekommen, zur Roadmap in Deutschland könne man nichts sagen.
Passend dazu taucht das Wort eero auf der deutschen Produktseite des neuen Dots nicht auf, zumindest habe ich es am 29. Oktober dort nicht gefunden. Der Hub heißt dort nur Smart-Home-Hub, ohne die drei Funknamen. Wer den Dot als WLAN-Verstärker kauft, kauft also ein Versprechen aus Seattle, das in Süddeutschland nicht gilt.
Hub für 105 Euro: Billiger als jeder Border Router mit Lautsprecher
Jetzt zum Teil, der mich interessiert. Seit ein paar Wochen sortiere ich in meinem Ratgeber zum Matter Hub für Thermostate die Kästchen, die ein Thread-Netz aufspannen. Ein HomePod mini 2 kostet rund 170 Euro, ein Apple TV 4K 349 Euro, mein Homey Pro inzwischen 449 Euro. Der neue Dot macht dieselbe Grundarbeit für 104,99 Euro und spielt nebenbei Radio.
Beim Apple TV hatte ich geschrieben, der beste Hub sei der, den du für etwas anderes gekauft hast. Das gilt für die Apple-Box, weil sie sowieso unter dem Fernseher steht. Für den Dot gilt es noch mehr, weil ihn Millionen Leute ohnehin für Wecker und Küchentimer kaufen. Der Hub kommt einfach mit.
Technisch ist er auf der Höhe. Amazons Entwickler-Doku nennt für die Matter-fähigen Echos den Stand Matter 1.5, die Geräte werden lokal per Bluetooth eingebunden und danach ohne Cloud-Umweg gesteuert. Ob der Dot wie der Echo Hub auch dann weiterschaltet, wenn das Internet weg ist, sagt Amazon für das neue Modell nicht.
Offen bleibt für mich die Frage, ob der Dot sein Thread-Netz mit Apple Home oder Home Assistant teilt. Thread 1.4 verspricht genau das, ein Menü dafür habe ich bisher bei keinem Hersteller gesehen. Könnte so ein Dot bei mir die tado Bridge X ersetzen? Als Hypothese ja, belegen kann ich es nicht, und ohne Antwort bleibt der Dot ein Alexa-Hub, kein Haus-Hub.
Was der Hub nicht ersetzt: Hue bleibt an der Bridge, Homey bleibt Homey
Bevor jemand seine Hue Bridge bei Kleinanzeigen einstellt: netzwelt weist darauf hin, dass der eingebaute Hub bei Lampen nur die Basisfunktionen kann, also an, aus, dimmen und Farbe wechseln. Szenen und Effekte laufen weiter über den Hub des Herstellers, Firmware-Updates auch. Das deckt sich mit dem, was ich bei Thermostaten beobachtet habe: Matter überträgt das Nötigste, der Rest wohnt in der Hersteller-App.
Bei mir würde der Dot deshalb wenig ändern. Die Hue-Lampen hängen an der Bridge, weil nur die alle Funktionen kennt, und das Thread-Netz spannt der Homey Pro auf, in dem auch die tado-Thermostate stecken. Ein Dot käme als dritter Hub dazu und dürfte Lampen schalten, die schon zwei andere Geräte schalten können.
Anders sieht es aus, wenn Alexa dein Zuhause ist und nichts anderes. Ein Zigbee-Bewegungsmelder von Aqara oder ein Thread-Thermostat wie das Eve Thermo lief bisher nur mit Zusatz-Hub oder gar nicht am Dot. Jetzt steckst du es direkt an die Kugel. Für genau diese Haushalte löst der Dot das Hub-Problem zum Preis eines Lautsprechers.
Vom Werbegeschenk zum 105-Euro-Gerät
Der Preis ist der Haken. Noch im Sommer stand der alte Dot mit 64,99 Euro in der Liste, am 24. August hat Amazon ihn auf 79,99 Euro angehoben, mit Verweis auf die Speicherpreise. Der neue Dot kostet 104,99 Euro, also 40 Euro mehr als der alte Listenpreis und 25 Euro mehr als der heutige.
Zum Prime Day im Oktober wechselte der alte Dot noch für rund 30 Euro den Besitzer. Diese Zahl kann man sich merken, wenn der neue demnächst mit 20 Prozent Rabatt beworben wird.
Im August hatte ich geschrieben, die Zeiten des Werbegeschenk-Dots seien vorbei. Zwei Monate später hat Amazon das mit einer neuen UVP bestätigt. Rabatte wird es weiter geben, nur rechnen die jetzt gegen 104,99 Euro.
Im Preis enthalten ist der Alexa+ Early Access. Nach dessen Ende bleibt Alexa+ für Prime-Kunden kostenlos, ohne Prime kostet es 22,99 Euro im Monat, Amazon kündigt das Ende laut Produktseite mindestens 30 Tage vorher an. Voraussetzung ist ein deutsches Amazon-Konto mit der Gerätesprache Deutsch (Deutschland). Was Alexa+ hier bisher kann, habe ich im Mai aufgeschrieben, viel ist seitdem nicht dazugekommen.

Die Kids-Edition mit Kraken- oder Pinguin-Gesicht kostet 114,99 Euro und ist technisch derselbe Dot, nur mit einem Jahr Kids+. Daneben hat Amazon den Echo Studio mit Home-Kamera für 259,99 Euro vorgestellt, 20 Euro über dem kameralosen Studio. Eine Kamera im Lautsprecher ist ein eigenes Thema, das hebe ich mir auf.
Mein Alexa-Mikrofon ist seit Monaten aus, meine Tochter wartet immer noch auf die Witze. Komisch finde ich, dass ausgerechnet dieser Dot für mich interessanter wird, je weniger er zuhört: Der Hub in der Kugel braucht kein Mikrofon, er braucht Strom und ein Zigbee-Gerät in Reichweite. Vielleicht ist das die ehrlichste Rolle, die ein Smart Speaker bei mir bekommen kann, ein Kästchen, das nebenbei Radio kann, statt umgekehrt.
Kaufen, wenn Alexa sowieso dein Zuhause ist
Für mich ist der Echo Dot 2026 kein Kauf. Border Router und Bridge stehen hier schon, und das Mikrofon ist aus. Ein dritter Hub, der Basisfunktionen beherrscht, löst bei mir kein Problem.
Wer dagegen mit Alexa wohnt und bisher an jeder Zigbee-Lampe gescheitert ist, bekommt für 104,99 Euro Thread und Zigbee in einem Gerät, das er vermutlich sowieso kaufen wollte. Das konnte bisher kein Dot. Nur den WLAN-Extender streichst du aus der Rechnung, bis Amazon ihn hierzulande freischaltet.
Fragen zum Echo Dot 2026
Ist der Echo Dot 2026 ein Thread Border Router?
Ja. Amazon nennt für den neuen Dot einen eingebauten Smart-Home-Hub mit Zigbee, Matter und Thread, AppleInsider beschreibt ihn als Thread Border Router. Der Dot der 5. Generation konnte Matter-Geräte nur über WLAN steuern.
Ersetzt der Echo Dot 2026 die Hue Bridge?
Nur für die Grundfunktionen. Über den eingebauten Hub lassen sich Zigbee-Lampen laut netzwelt ein- und ausschalten, dimmen und in der Farbe wechseln. Szenen, Effekte und Firmware-Updates von Hue laufen weiter über die Hue Bridge.
Funktioniert der eero-WLAN-Extender des Echo Dot in Deutschland?
Nein, Stand Oktober 2026. Laut eero-Support ist eero Built-in nur in den USA, Kanada, Chile, Australien, Neuseeland, Japan und Großbritannien verfügbar. Auf der deutschen Produktseite des neuen Dots wird der Extender nicht erwähnt.
Was kostet der Echo Dot 2026 und was kostet Alexa+ danach?
Der neue Dot kostet 104,99 Euro, die Kids-Edition 114,99 Euro. Alexa+ Early Access ist enthalten, danach bleibt Alexa+ für Prime-Kunden kostenlos. Ohne Prime kostet das Abo 22,99 Euro im Monat und wird nicht automatisch abgeschlossen.
Was ist der Unterschied zwischen Echo Dot 5 und Echo Dot 2026?
Der neue Dot hat den AZ3-Chip statt AZ2, ein viertes Mikrofon, den Omnisense-Sensor für Temperatur und Anwesenheit, laut Amazon 50 Prozent mehr Bass und erstmals einen Hub für Zigbee, Matter und Thread. Den eero-Extender und den Temperatursensor hatte schon der 5er.






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