Google Home MCP ist seit gestern da, und die erste Reaktion darauf kommt ausgerechnet von Google selbst: eine Warnung. Wer die eigene KI ans Smart Home lässt, kann laut Google „unerwartetes oder sogar unerwünschtes Verhalten“ auslösen. Für eine Produktankündigung ist das ein ungewöhnlich ehrliches Wort.
Ich habe mir in den letzten Wochen notiert, was Sonos und Homey ihren KI-Verbindungen erlauben. Google spielt jetzt in derselben Liga mit, und zwar mit der größten Leine von allen drei Herstellern. Nur eben nicht für dich, jedenfalls noch nicht.
Home MCP setzt auf das Model Context Protocol, den offenen Standard, über den KI-Agenten wie Claude oder ChatGPT externe Dienste ansprechen. Der Early Access startet ausschließlich in den USA, ausschließlich für Abonnenten von Google Home Premium Advanced. Das kostet 20 Dollar im Monat oder 200 Dollar im Jahr, dazu kommt ein selbst eingerichtetes Google-Cloud-Projekt. Wann Deutschland folgt, lässt Google offen.
- Google Home MCP ist seit dem 16. September 2026 im Early Access, angekündigt von Taylor Lehman, Group Product Manager bei Google Home & Nest.
- Unterstützte Agenten laut Google: Google Antigravity, Claude, Hermes und OpenClaw, verbunden über ein selbst eingerichtetes Google-Cloud-Projekt.
- Der Agent sieht Geräte, Räume, aktuelle Zustände und den Ereignisverlauf, wertet kameraübergreifend aus und baut auf Wunsch eigene Dashboards.
- Start ist auf die USA beschränkt und kostet als Google Home Premium Advanced 20 Dollar im Monat oder 200 Dollar im Jahr, ein Deutschland-Termin steht nicht fest.
- Türen entriegeln ist technisch gesperrt, Rate Limits verhindern Massenaktionen, Google warnt selbst vor unerwartetem Agenten-Verhalten.
- Sonos MCP gibt der KI zwei Rechte für Musik, kostenlos. Homey verbindet die komplette Haussteuerung per Klick, ebenfalls kostenlos. Google hat von den dreien den größten Funktionsumfang und als einziger ein Preisschild.
Was Google Home MCP kann, das Gemini for Home nicht kann
Der Unterschied zur normalen Sprachsteuerung ist der Umfang. Gemini for Home, Googles eigener Assistent, reagiert auf Befehle und beantwortet Fragen zum aktuellen Zustand. Home MCP gibt einem angebundenen Agenten dagegen Zugriff auf die komplette Ereignis-Historie.
Laut Googles eigener Beschreibung gegenüber The Verge kann der Agent kameraübergreifend auswerten, was während der eigenen Abwesenheit passiert ist, wie viele Waschladungen in der letzten Woche liefen oder wie lange welches Licht anstand. Auf Wunsch baut er dazu ein eigenes Dashboard.
Ist eine Aufgabe erledigt, kann der Agent sogar eine Sprachnachricht über den Google-Home-Lautsprecher im Wohnzimmer schicken. Das ist der Teil, der mich am meisten interessiert: eine KI, die nicht nur schaltet, sondern über die Zeit hinweg mitdenkt.
Ganz neu ist die Idee nicht. Home Assistant, die offene Alternative zu Google und Amazon, hat eine vergleichbare MCP-Anbindung schon länger. Verge-Autorin Jennifer Pattison Tuohy hat damit im vergangenen Jahr eigenen Angaben zufolge komplette Dashboards und Automationen von Claude bauen lassen. Google zieht mit Home MCP nach, nicht vor.
Türen bleiben zu, und Google warnt selbst vor der eigenen Funktion
Ganz offen ist die Tür trotzdem nicht. Sicherheitskritische Befehle wie das Entriegeln eines Schlosses sind über Home MCP ausdrücklich gesperrt, dazu kommen Rate Limits gegen unkontrollierte Massenaktionen. Wer befürchtet hat, dass ein Sprachmodell einfach die Haustür aufmacht, kann das abhaken.
Interessanter ist, wie vorsichtig Google selbst formuliert. In der eigenen Ankündigung, von ifun ins Deutsche übertragen, rät der Konzern dazu, die Entwicklerbedingungen vorher zu lesen und andere Haushaltsmitglieder zu informieren, bevor ein fremder Agent Zugriff bekommt. Das liest sich weniger nach Marketing und mehr nach einer Rechtsabteilung, die mitgeschrieben hat.
Eingerichtet wird die Verbindung über ein selbst angelegtes Google-Cloud-Projekt, danach lässt sich der bevorzugte Agent verknüpfen. Claude bekommt dafür einen eigenen Connector, ähnlich wie bei Sonos. Home MCP ersetzt Gemini for Home dabei nicht, es kommt als zweite Ebene obendrauf.
Sonos gibt zwei Rechte, Homey gibt alles, Google gibt am meisten und verlangt am meisten dafür
Bei Sonos MCP habe ich mir im September die Berechtigungen direkt aus dem OAuth-Dokument gezogen. Das Ergebnis war schmal: playback-control-all für die Wiedergabe und partner-content:read für die angebundenen Musikdienste, mehr nicht. Kostenlos, Teil des normalen Sonos-27-Updates, keine Kamera, kein Verlauf.
Homey geht seit Juni den entgegengesetzten Weg: volle Haussteuerung, Flows anlegen und ändern, alles per Klick verbunden, ebenfalls kostenlos, für die komplette Produktlinie von Cloud bis Self-Hosted. Der MCP-Server bleibt daneben bestehen, für Claude und andere Agenten.
Google liegt bei beiden Achsen vorn, beim Funktionsumfang und beim Preis. Kameraverlauf und Dashboards kann keiner der beiden anderen. Dafür ist Google der einzige der drei, der ein Abo verlangt, der einzige, der geografisch sperrt, und der einzige, der die eigene Funktion mit einer Verhaltenswarnung ausliefert.
Google hat in den letzten zehn Jahren eine ganze Reihe Smart-Home-Plattformen beerdigt: Android at Home, Weave, Project Brillo, Works with Nest, jetzt den klassischen Assistant. Home MCP soll laut eigener Ankündigung eine Infrastrukturebene werden, auf der andere aufbauen. Bevor ich als Entwickler oder Nutzer darauf setze, will ich einmal sehen, dass Google eine Plattform länger durchhält als eine Produktgeneration.
Für dich heute nichts, für die Richtung schon etwas
Ganz ehrlich: Für mich ändert sich durch Home MCP gerade nichts. Ich sitze in Deutschland, mein Zuhause hängt an Homey und Apple Home, und selbst mit US-Konto würde ich für Premium Advanced nicht zahlen, nur um Claude Waschladungen zählen zu lassen.
Spannend wird es für alle, die schon im Google-Ökosystem stecken und in den USA sitzen, oder die als Entwickler eigene Agenten für Google Home bauen wollen. Für die ist der Funktionsumfang tatsächlich der größte, den ich bei den drei MCP-Anbindungen bisher gesehen habe.
Bis Home MCP nach Deutschland kommt, bleibt Homey die günstigere und Sonos die schmalere, aber beide sind die verfügbareren Optionen. Wer heute wissen will, wie viel eine KI im eigenen Zuhause anrichten darf, findet die ehrlichere Antwort gerade bei den beiden, nicht bei Google.
Was kostet Google Home MCP?
In den USA 20 Dollar im Monat oder 200 Dollar im Jahr über den Tarif Google Home Premium Advanced. Eine Preisangabe für Deutschland gibt es nicht, weil der Dienst hierzulande noch nicht startet.
Wann startet Google Home MCP in Deutschland?
Das ist offen. Google hat bislang nur den Start in den USA angekündigt und nennt für weitere Länder keinen Termin.
Kann eine KI über Google Home MCP Türen entriegeln?
Nein. Google sperrt sicherheitskritische Befehle wie das Entriegeln eines Schlosses ausdrücklich, dazu kommen Rate Limits gegen Massenaktionen.
Ersetzt Google Home MCP den Assistenten Gemini for Home?
Nein. Gemini for Home bleibt die Sprachsteuerung in der Home-App und auf Google-Lautsprechern, Home MCP kommt als zusätzliche Ebene für externe Agenten wie Claude obendrauf.
Wie unterscheidet sich Google Home MCP von Sonos MCP und Homey?
Sonos MCP gibt der KI nur zwei Rechte für die Musikwiedergabe, kostenlos. Homey erlaubt die volle Haussteuerung per Ein-Klick-Verbindung, ebenfalls kostenlos. Google Home MCP hat den größten Funktionsumfang der drei, kostet aber als einziges ein Abo und startet vorerst nur in den USA.





