Vor drei Wochen stand die Anker MindBase auf der IFA ohne Preis und ohne Termin, ab morgen steht sie auf der Security Essen, wieder ohne beides.
Dafür bringt Anker zwei Geräte mit nach Essen, die es in Berlin noch nicht gab: eine Kamera, die von innen an die Fensterscheibe geklebt wird, und einen Sturzsensor, der ohne Kamera auskommt. Die Kurzfassung von eufy Security Essen 2026: zweite Runde nach der IFA, diesmal weniger Hub, mehr Leute, die bisher keine Kamera hatten.
Mieter zum Beispiel.
- eufy Security Essen 2026 in einem Satz: Anker zeigt vom 22. bis 25. September auf der Security Essen (Halle 5, Stand 5B38) neue Kameras, Sensoren und ein Alarmsystem für Gewerbe, alle mit lokaler Verarbeitung
- Neu ist die Window Camera E10 für die Innenseite der Fensterscheibe: 2,5K, bis 25 Grad neigbar, microSD bis 256 GB, USB-C-Netzteil mit 3 Meter Kabel, Klett statt Bohrer; Preis und Termin nennt Anker nicht
- Neu ist auch der Fall Detection Sensor, der Stürze innen und außen per Millimeterwellen-Radar erkennt und Zwei-Wege-Audio bietet, ohne Kamera und ohne Wearable; Preis und Termin fehlen ebenfalls
- Die TrackLight Cam S1 startet im Oktober für 299 Euro, auch einzeln; sie bildet mit der Video Doorbell S4 und dem Smart Security Shield das MindBase Security Kit
- Die MindBase hat jetzt ein Datenblatt (64 GB eMMC, zwei Schächte bis 48 TB, 2x Gigabit-LAN, 3x USB 3.0, Thread, Zigbee, Matter 1.5, HomeKit Secure Video, Home Assistant), aber weiterhin keinen Preis und keinen Termin
- Für Gewerbe: HomeBase Professional S1 für 599,99 Euro und das NVR-Set E50 ab 899 Euro, das E50-Set ist bei Amazon.de bereits mit Kaufbutton gelistet
Window Camera E10: Eine Überwachungskamera für Leute, die nichts anbohren dürfen
Die Window Camera E10 ist das Gerät, das mich an dieser Ankündigung am meisten interessiert, weil es ein Problem trifft, das die Branche meist mit einem Achselzucken beantwortet: Leute, die nicht bohren dürfen. Die Kamera klebt mit einem wiederverwendbaren Klett-Pad und rückstandsfreiem Kleber von innen an die Scheibe, filmt nach draußen und braucht laut Datenblatt eine Minute bis zur Montage. Strom kommt per USB-C-Netzteil mit 3 Meter Kabel, die Aufnahmen landen auf einer microSD-Karte bis 256 GB, die nicht im Lieferumfang steckt.
Technisch ist das eine 2,5K-Kamera mit 2688 mal 1520 Pixeln, Blende F1.0 und 125 Grad Diagonalsicht. Über ein Rändelrad auf der Rückseite lässt sie sich zwischen 0 und 25 Grad nach unten neigen, damit vom Fenster im ersten Stock auch der Gehweg im Bild ist. Die KI-Erkennung von Personen, Fahrzeugen und Tieren läuft auf dem Gerät selbst. Alexa und Google Assistant nennt das Datenblatt als Anbindung, Cloud-Speicher gibt es optional gegen Abo.
Die Frage, die ich stellen würde, ist die Nacht. Jede Kamera hinter Glas kämpft mit Reflexionen, und ein Infrarot-Strahler an der Scheibe ist das Ende jeder Nachtsicht, weil er sich selbst spiegelt. Anker umgeht das, indem die E10 gar keinen Strahler hat, sondern auf Farbnachtsicht ohne Spotlight setzt, plus ein Design, das Anker „Anti-Glare“ nennt. Das ist der richtige Ansatz, aber wie gut er bei eingeschaltetem Wohnzimmerlicht hinter der Kamera funktioniert, verrät ein Datenblatt nicht.
Ein Detail dazu, das im Datenblatt klein steht: Die Gegensprechfunktion gilt nur für die Innenseite. Die Kamera sitzt schließlich im Zimmer, ihr Lautsprecher damit auch. Wer den Paketboten draußen ansprechen will, braucht weiterhin eine Klingel. Preis und Termin für die E10 nennt Anker nicht.
Sturzsensor per Radar, und Aqara steht schon im Regal
Der Fall Detection Sensor erkennt Stürze per Millimeterwellen-Radar, laut Anker sowohl in Innenräumen als auch im Garten, und kann über Zwei-Wege-Audio mit der gestürzten Person sprechen. Millimeterwellen-Radar misst Bewegungen und Körperhaltung über Funkwellen, ohne Bild, deshalb taugt es fürs Bad oder Schlafzimmer, wo niemand eine Kamera will. Weder eine Kamera noch ein Gerät am Handgelenk sind nötig, das ist der Punkt, an dem die klassischen Notrufknöpfe für Senioren scheitern, weil sie in der Schublade liegen.
Mehr sagt Anker dazu nicht, auch nicht in der Pressemitteilung, die SmarthomeAssistent wiedergibt. Kein Preis, kein Termin, kein Wort zu Funkstandard oder dazu, ob der Sensor eine MindBase voraussetzt. Das ist deshalb bemerkenswert, weil Aqara genau dieses Gerät seit letzter Woche im Handel hat: Der FP400 mit Sturzerkennung kostet 79,99 Euro, funkt über Thread und Zigbee, spricht Matter und wird per USB-C mit Strom versorgt. Der einzige Vorsprung, den Anker auf dem Papier hat, ist das Wort „außen“.
TrackLight Cam S1 ab Oktober für 299 Euro, der Rest des Security Kits
Beim Security Kit gibt es die erste echte Zahl seit der IFA: Die TrackLight Cam S1 kommt im Oktober für 299 Euro auch einzeln in den Handel, das bestätigt ComputerBase nach Ankers Pressematerial. Die Kamera schwenkt um 355 Grad und neigt um 90, verfolgt Personen mit einer 4K-Telekamera mit zehnfachem Zoom und leuchtet mit ihrer LED bis zu 20 Meter weit aus. Ein 180-Grad-Radar mit drei Zonen meldet, bevor die Kamera überhaupt etwas sieht.
Die beiden anderen Teile des Kits kennst du aus meinem IFA-Artikel: die Video Doorbell S4 mit 3K-Auflösung und 180 Grad Sicht in beide Richtungen, wahlweise an Akku, Klingeldraht oder Solarpanel, und das Smart Security Shield, ein Warnschild mit Dual-Radar, das Personen auf 30 Meter erkennt. Einen Preis für das Kit als Ganzes gibt es nicht, und ohne MindBase-Termin ist das Kit ohnehin nur eine Liste.
MindBase: 48 Terabyte, zwei LAN-Ports, und weiter kein Preis
Neu ist das Datenblatt, nicht das Gerät. Die MindBase hat 64 GB eMMC-Speicher intern, zwei Schächte für 2,5- oder 3,5-Zoll-Laufwerke bis insgesamt 48 TB, zwei Gigabit-LAN-Ports und drei USB-3.0-Anschlüsse. Per Funk spricht sie Dual-Band-WLAN, Bluetooth, Thread und Zigbee, als Matter-1.5-Controller nimmt sie auch Geräte anderer Hersteller auf. Bis zu 20 Kameras sind möglich, 16 davon per Funk und 4 per Kabel über einen externen PoE-Switch, dazu 34 Sensoren.
Zwei Dinge fallen im Kleingedruckten auf. Erstens listet Anker unter Kompatibilität ausdrücklich Home Assistant, neben HomeKit Secure Video, Alexa und Google Home. Zweitens tragen die interessantesten Funktionen, natürliche Sprachsuche in den Aufnahmen und automatische Zusammenfassungen, den Zusatz „mit AI Core“. Der AI Core ist eine zweite Box, die Anker für das Profi-System zeigt und ebenfalls nicht bepreist.
Und die Fußnote unter dem Datenblatt sagt, was „lokal“ hier bedeutet: Wer Cloud-Speicher oder Push-Benachrichtigungen mit Vorschaubild nutzt, dessen Videos oder Vorschaubilder gehen „nach Bedarf“ in die Cloud. Das ist ehrlich formuliert, und es ist derselbe Kompromiss wie bei jeder anderen Kamera. ComputerBase rechnet nach dem Briefing zur IFA weiterhin erst 2027 mit dem Hub.
Für Läden und Büros: HomeBase Professional S1 und das NVR-Set E50
Die Security Essen ist eine Fachmesse, und dafür hat Anker die Profi-Schiene dabei. Die HomeBase Professional S1 für 599,99 Euro wertet mehrere Kameras gemeinsam aus, bindet Sensoren für Einbruch, Feuer und Wasser ein und speichert bis zu 16 TB lokal. Ein 4G-Modul und eine Batterie halten das System bei Strom- oder Internetausfall am Laufen, der AI Core kommt als Rechenmodul dazu.
Das NVR-Set E50 ist das einzige Produkt dieser Meldung, das man heute kaufen kann. Ab 899 Euro gibt es einen 8-Kanal-Rekorder mit vier PoE-Kameras, die je eine feste 2K-Weitwinkel-Linse und eine schwenkbare 4K-Linse kombinieren, erweiterbar auf 16 Kanäle und 16 TB. Die Videosuche per KI läuft ohne Abo, und bei Amazon.de steht heute schon der Kaufbutton, geprüft heute Mittag für die Variante ohne Festplatte zu 899 Euro.
Anker zeigt mir eine Box, in der 48 Terabyte meiner eigenen Videos liegen sollen, und sagt im selben Datenblatt, dass die klügsten Funktionen eine zweite Box brauchen. Je lokaler ein Smart Home wird, desto mehr Hardware steht im Flur, das sehe ich an meinem eigenen Regal mit Hubs schon jetzt. Vielleicht ist das der eigentliche Grund, warum der Preis fehlt: Anker weiß noch nicht, wie viele Boxen es am Ende werden.
eufy Security Essen 2026: die kurzen Antworten zu Preisen und Terminen
Wann kommt die Anker MindBase und was kostet sie?
Das sagt Anker auch zur Security Essen 2026 nicht. Der Hub hat jetzt ein Datenblatt mit 48 TB Speicher, Thread, Zigbee und Matter 1.5, aber weder Preis noch Termin. ComputerBase rechnet nach einem Briefing zur IFA erst 2027 mit dem Marktstart.
Was kostet die eufy TrackLight Cam S1 und wann kommt sie?
299 Euro, ab Oktober 2026, auch einzeln ohne das MindBase Security Kit. Die Kamera kombiniert eine schwenkbare 4K-Telekamera mit zehnfachem Zoom, ein LED-Licht mit 20 Meter Reichweite und ein 180-Grad-Radar mit drei Zonen.
Braucht die eufy Window Camera E10 eine HomeBase?
Für Aufzeichnung und Erkennung nicht: Die E10 speichert auf einer microSD-Karte bis 256 GB, hängt per USB-C am Netzteil und funkt über Dual-Band-WLAN. Nur die dauerhaften 24/7-Schnappschüsse setzen laut Datenblatt eine HomeBase voraus. Preis und Termin nennt Anker noch nicht.
Wo und wann zeigt eufy die Neuheiten?
Auf der Security Essen vom 22. bis 25. September 2026, Halle 5, Stand 5B38. Die Security Essen ist eine Fachmesse für Sicherheitstechnik, kein Publikumsevent wie die IFA.
Zweimal gezeigt, einmal bepreist: Was ich Anker bis Oktober abnehme
Die Window Camera E10 ist für mich die Nachricht dieser Messe, nicht die MindBase. Sie löst ein Problem, das Mieter seit Jahren mit Kabelbindern und Fensterbank-Kameras umgehen, und sie tut es mit einer Speicherkarte statt einem Abo. Kaufen würde ich sie erst, wenn irgendwo ein Nachtvideo durch eine echte Scheibe zu sehen ist, und einen Preis hätte ich auch gern.
Die MindBase habe ich jetzt zweimal in drei Wochen ohne Preisschild gesehen, und ich nehme ComputerBase das Jahr 2027 inzwischen ab. Wer heute einen lokalen Rekorder für den Laden braucht, bekommt mit dem E50 ein fertiges Set, alle anderen warten. Für den Rest des Anker-Herbstes gilt weiter, was schon nach der IFA galt: Die spannendsten Geräte kann man nicht kaufen.





