Die eufy Video-Türklingel S4 steht seit dieser Woche im deutschen Anker-Shop, für 329 Euro inklusive Zusatzklingel, und das ist nicht die Türklingel, die Anker im Januar auf der CES gezeigt hat. Damals hatte sie einen Akku samt Solar-Option und 64 Gigabyte Speicher. Geliefert wird jetzt eine reine Kabelklingel mit 4 Gigabyte.
Geblieben ist die eine Linse mit 180 Grad in beide Richtungen, geblieben ist auch der Aufpreis. Der Vorgänger E340 kostet gerade rund ein Drittel.
- Die eufy Video-Türklingel S4 ist seit Oktober 2026 in Deutschland bestellbar: 329 Euro inklusive Zusatzklingel Chime 2 im Anker-Shop, Versand kostenlos, bei Amazon.de am 19. Oktober noch nicht gelistet.
- Eine Linse mit 180 Grad horizontal und vertikal, 3K mit 9 Megapixeln auf quadratischem Sensor, Farb-Nachtsicht, Radar plus zwei PIR-Sensoren mit bis zu 8 Metern Reichweite.
- Nur mit Kabel: 16 bis 24 Volt vom Klingeltrafo, der 2600-mAh-Akku überbrückt nur Stromausfälle. Die CES-Fassung vom Januar 2026 hatte noch Akku- und Solarbetrieb, 64 Gigabyte Speicher und einen Preis von 279,99 Dollar.
- Speicher: 4 Gigabyte eMMC im Gerät, microSD bis 1 Terabyte oder HomeBase S380, kein Abo. Apple Home nur mit HomeBase, und dort laut internetderdinge.blog nur als Standbild.
- Der Vorgänger E340 kostet rund 120 Euro, die S4 das Dreifache. Mit dem Code DTCS4PRESELL gibt es im Anker-Shop bis 21. Oktober 2026, 23:59 Uhr, 50 Euro Rabatt.
Ich habe die S4 nicht in der Hand gehabt. Die Daten stammen von den Produktseiten von Anker Deutschland, eufy USA und eufy Großbritannien, die CES-Angaben von PCWorld und Engadget vom 5. Januar, der Apple-Home-Hinweis von internetderdinge.blog. Wo sich die Seiten widersprechen, steht das im Text.
Eine Linse statt zwei: Die S4 sieht das Paket ohne zweite Kamera
Die E340 hat Anker vor zwei Jahren mit zwei Kameras verkauft, eine nach vorn, eine nach unten auf das Paket. Die S4 löst das mit einer einzigen Linse, die 180 Grad horizontal und 180 Grad vertikal erfasst, auf einem quadratischen Sensor mit 3072 mal 3072 Pixeln, also 3K mit 9 Megapixeln. Der Boden vor der Tür ist damit ohne zweite Kamera im Bild.
Weil 180 Grad auf einem Handydisplay wie ein Türspion aussehen, schneidet die Software den Bildausschnitt zu. OmniTrack nennt Anker das: Die Kamera erkennt eine Person, hält sie zentriert und folgt ihr durch das Bild. Wer das komplette Panorama will, bekommt eine Fisheye-Ansicht und bis zu achtfachen Digitalzoom.
Dann ist da der VR-Modus, mit dem Anker die S4 als erste Video-Türklingel mit VR-Unterstützung bewirbt, eine Herstellerangabe. Du bewegst das Handy, und der Bildausschnitt wandert mit, ein VR-Headset lässt sich koppeln. Ich kann mir gut vorstellen, dass man das genau zweimal macht, einmal beim Einrichten und einmal, um es jemandem zu zeigen.

Für die Bewegungserkennung kombiniert die S4 Radar mit zwei PIR-Sensoren, bis zu 8 Meter weit in einem 120-Grad-Feld, Zonen einstellbar. Sie unterscheidet Personen von Paketen und erkennt bekannte Gesichter wieder, zwei Strahler und ein Willkommenslicht gehen beim Näherkommen an.
Radar gegen Fehlalarme kenne ich schon von der Wall Light Cam S4, bei der ich im August auf den ersten Test mit etwas Wackelndem aus dem Keller gewartet habe. Der steht immer noch aus.
Zwischen CES und Verkaufsstart hat die S4 ihren Akku verloren
Der Teil, der mich an der S4 am meisten interessiert, steht in keiner Pressemeldung, sondern im Vergleich zweier Produktseiten. Am 5. Januar beschrieb PCWorld die CES-Fassung der S4 mit einem herausnehmbaren Akku, wahlweise Solarladung oder Klingelstrom, 64 Gigabyte eMMC, 24 Bildern pro Sekunde und einer Preisempfehlung von 279,99 Dollar, Verkaufsstart im ersten Quartal. Engadget schrieb am selben Tag ebenfalls von Akku- oder Kabelbetrieb mit Solar.
Die Türklingel, die jetzt verkauft wird, ist eine andere. Auf der US-Produktseite steht ausdrücklich, dass dieses Modell weder Akkubetrieb noch Solar unterstützt, der eingebaute 2600-mAh-Akku überbrückt nur Stromausfälle. Du brauchst eine Klingelleitung mit 16 bis 24 Volt Wechselspannung. Der Speicher ist auf 4 Gigabyte geschrumpft, dafür gibt es jetzt einen microSD-Slot für bis zu 1 Terabyte, und der US-Preis liegt bei 299,99 Dollar.
Bei der Bildrate widersprechen sich die eigenen Seiten. Die britische Produktseite verspricht 24 Bilder pro Sekunde, internetderdinge.blog las auf der US-Seite 15 Bilder pro Sekunde mit 24 als angekündigtem Nachschlag. Ich würde bis zum ersten Test von 15 ausgehen.
Verspätet hat sich das Ganze auch. Statt im ersten Quartal kam die S4 Mitte Oktober, in den Niederlanden am 12., in Deutschland eine Woche später. Zur IFA habe ich durchgezählt, wie viele Neuheiten einen Preis und einen Termin hatten. Die CES ist offenbar keinen Deut besser, nur ein halbes Jahr früher.
Apple Home sieht die S4 nur mit HomeBase, und dann als Standbild
Auf der deutschen Produktseite steht Apple HomeKit gleichberechtigt neben Alexa und Google Assistant. Die Fußnote dazu liefert Anker nicht selbst. Die S4 kommt nur über die HomeBase S380 in Apple Home, und die kostet extra, im Anker-Shop steckt sie derzeit nur in Sets mit anderen Kameras.
Und selbst dann bleibt es dünn. internetderdinge.blog hat die US-Unterlagen ausgewertet: Apple Home bekommt ein Standbild, Google Home und Alexa genauso, der VR-Modus und OmniTrack laufen ausschließlich in der eufy-App. Wer seine Türklingel in Apple Home sehen will, weil dort schon die Kameras hängen, kauft hier den Umweg über ein zweites Gerät für ein Bild, das sich nicht bewegt.
Von Matter steht auf keiner der Produktseiten ein Wort, und das überrascht nicht, Matter kennt bis heute keine Türklingel mit Video. Was die S4 kann, ist lokal speichern, 4 Gigabyte im Gerät oder eine microSD-Karte, ohne Abo. Das ist seit Jahren das stärkste Argument von eufy, und es gilt auch hier.
Offen bleibt die Rolle der MindBase, die Anker im September als KI-Zentrale für das ganze Sicherheitssystem vorgestellt hat. Zur Security Essen stand sie ohne Preis und ohne Termin, daran hat sich bis heute nichts geändert. Die S4 ist offiziell ein Baustein dieses Systems, nur das Herzstück fehlt weiter.
329 Euro für die eufy Video-Türklingel S4: dreimal die E340
Im Anker-Shop steht die eufy Video-Türklingel S4 mit Chime 2 für 329 Euro, als lieferbar ausgezeichnet, Standardversand kostenlos in drei bis sieben Werktagen.
Bei Amazon.de habe ich am 19. Oktober keine Listung gefunden, dort gibt es weiter nur E340 und C31. Bis zum 21. Oktober um 23:59 Uhr nimmt der Code DTCS4PRESELL im Anker-Shop 50 Euro vom Preis.
Die E340 mit Chime kostet im selben Shop rund 236 Euro, bei Amazon liegt die Klingel allein laut iphone-ticker bei rund 120 Euro. Dreimal so viel für 3K statt 2K und das Radar, das der E340 fehlt. Dafür fällt der Akkubetrieb weg, den die E340 beherrscht.
Das Muster kenne ich von dieser Marke inzwischen. Die Wall Light Cam S4 kam im August für 249,99 Euro, der Vorgänger lag bei 75.
Seit der IFA heißt eufy schrittweise Anker, und die Preise ziehen mit dem Namen nach oben. Das Abo-Argument bleibt, gegen eine Ring mit Monatsgebühr holt die S4 den Aufpreis über die Jahre wieder rein. Schön finden muss man die Richtung nicht.
Häufige Fragen zur eufy Video-Türklingel S4
Was kostet die eufy Video-Türklingel S4 in Deutschland?
329 Euro inklusive Zusatzklingel Chime 2, bestellbar seit Oktober 2026 im deutschen Anker-Shop mit kostenlosem Versand. Bis 21. Oktober 2026, 23:59 Uhr, gibt es mit dem Code DTCS4PRESELL 50 Euro Rabatt. Bei Amazon.de war die S4 am 19. Oktober 2026 noch nicht gelistet.
Funktioniert die eufy Video-Türklingel S4 mit Apple Home?
Nur mit der HomeBase S380, die separat gekauft werden muss. Apple Home zeigt laut internetderdinge.blog dann ein Standbild, Google Home und Alexa ebenso, der VR-Modus und das OmniTrack-Auto-Framing laufen nur in der eufy-App. Matter unterstützt die S4 nicht.
Braucht die eufy Video-Türklingel S4 eine Klingelleitung?
Ja, die S4 wird an einen Klingeltrafo mit 16 bis 24 Volt Wechselspannung angeschlossen. Der eingebaute 2600-mAh-Akku überbrückt nur Stromausfälle. Den Akku- und Solarbetrieb aus der CES-Ankündigung vom Januar 2026 gibt es beim ausgelieferten Modell nicht.
Was ist der Unterschied zwischen eufy S4 und E340?
Die S4 hat eine Linse mit 180 Grad horizontal und vertikal und 3K-Auflösung, die E340 zwei Kameras mit 2K. Die S4 erkennt Bewegung per Radar und PIR, die E340 nur per PIR. Dafür läuft die E340 auch mit Akku und kostet rund ein Drittel.
Braucht die eufy Video-Türklingel S4 ein Abo?
Nein. Aufnahmen landen auf 4 Gigabyte eMMC im Gerät, auf einer microSD-Karte bis 1 Terabyte oder auf der HomeBase S380. Eine Cloud-Gebühr verlangt Anker nicht.
Ich lese CES-Meldungen seit Jahren wie Produktseiten, und die S4 erinnert mich daran, dass sie Absichtserklärungen sind. Akku, Solar, 64 Gigabyte, erstes Quartal: Gelogen war davon nichts, gebaut eben auch noch nichts. Vielleicht sollte ich bei Messe-Neuheiten künftig nur das aufschreiben, was bereits einen Kaufbutton hat. Dann wären meine Messe-Artikel sehr kurz.
Wer die Klingelleitung hat, bekommt hier etwas, wer sie nicht hat, nichts
Für mich entscheidet sich die S4 an der Wand, nicht am Datenblatt. Liegt an deiner Haustür ein Klingeltrafo mit 16 bis 24 Volt und willst du lokalen Speicher ohne Abo, bekommst du für 329 Euro eine Türklingel, die Paket und Gesicht in einem Bild hat. Das ist mehr, als die meisten Akku-Klingeln liefern.
Ohne diese Leitung ist die S4 keine Option, egal was im Januar versprochen war. Dann bleibt die E340 für ein Drittel des Preises, mit Akku und zwei Kameras, die ihren Job bisher ordentlich gemacht hat.
Und wer die Klingel vor allem in Apple Home sehen will, wartet besser auf den ersten Test, der zeigt, was dort wirklich ankommt. Ein Standbild für 329 Euro plus HomeBase wäre mir zu wenig.






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