Manche gehen am ersten September-Wochenende auf die IFA, andere ins Museum. Ich wollte endlich den ANTHBOT N8 einrichten, der seit zehn Tagen unausgepackt im Flur stand und mich bei jedem Vorbeigehen stumm angeklagt hat.
Dabei war der Plan eigentlich elegant: vor dem Urlaub nicht mehr mähen, damit der Neue direkt was zu tun bekommt. Dann kam das Paket ausgerechnet mitten im Urlaub, danach lag zu viel anderes an, es war heiß, und andere Dinge waren schlicht schöner, als einen Mähroboter-Karton durch den Flur zu wuchten.
Der Rasen war inzwischen ein einziger Dschungel, und das in einem Garten, in dem zwei Mähroboter stehen. Das muss für die Nachbarn aussehen. Am Sonntag habe ich es dann endlich angepackt. Knapp zwei Stunden hat der Einsatz gedauert, vom Karton bis zur fertigen Karte. Anstrengend war daran nicht die Technik, sondern so ziemlich alles drumherum.
- Knapp 2 Stunden vom Karton bis zur fertigen Karte, automatische Kartierung inklusive.
- 4-in-1-Konzept: mähen, mulchen, Schnittgut sammeln, Laub aufnehmen. Der 23-Liter-Fangkorb entleert sich selbst.
- Preis: 1699 Euro auf Amazon mit aktivierbarem 100-Euro-Coupon, effektiv 1599 Euro wie im Hersteller-Shop (Stand: 6. September).
- Ladestation und RTK-Antenne vom RockMow passen nicht, es wird komplett neu verbaut.
- Erster Kurzlauf am Sonntag: deutlich hörbar. Ob es am zehn Tage hohen Gras lag, klärt der Langzeittest.
- Das Urteil folgt im Herbst, wenn der Fangkorb echtes Laub sieht.
Erst muss der Alte vom Hof: Abschied vom RockMow
Bevor der Neue auch nur einen Halm sieht, musste Platz her. Also habe ich am Sonntag zuerst den RockMow S115 abgebaut, Ladestation, RTK-Antenne, alles.
Meine stille Hoffnung dabei: dass wenigstens die Ladestation oder das Gestell der Antenne weiterverwendbar ist. Die Dinger rollen doch vermutlich eh alle in derselben Fabrik vom Band. Von wegen. Nichts passt, alles neu.
Für einen kurzen Moment standen damit drei Mähroboter gleichzeitig auf 103 Quadratmetern Rasen: der Navimow, der scheidende RockMow und der Neue.

Im Karton: ein Mähroboter mit Fangkorb, und der ist aus Stoff
Der ANTHBOT N8 sieht aus, als hätte jemand einem Mähroboter Bergsteiger-Ausrüstung verpasst: weiße Haube, grobe Stollenräder mit lila Felgen, hinten dran der Fangkorb. Und der ist die eigentliche Überraschung im Karton, kein Hartplastik-Kasten nämlich, sondern eine Stofftasche mit 23 Litern Volumen, die der Roboter selbst entleert.
Genau wegen dieses Fangkorbs steht das Gerät überhaupt hier. Mähen können viele, aber Schnittgut und Laub einsammeln kann in dieser Klasse sonst niemand. Was ANTHBOT technisch alles verspricht, habe ich in der News zum N8 schon aufgedröselt, hier geht es um den Realitätstest.
Zur Einordnung, was 4-in-1 praktisch heißt: Mit eingehängtem Korb mäht der N8 und saugt das Schnittgut über einen Zyklon-Luftstrom direkt mit ein. Ohne Korb mulcht er wie jeder andere, dafür liegt ein Deflektor bei. Und im Herbst soll dieselbe Technik trockenes Laub vom Rasen holen. Wie die beworbene automatische Korb-Entleerung im Alltag aussieht, gehört zu den Dingen, die ich herausfinden will.

Zum Glück bin ich kein Videoblogger
Der Aufbau selbst ist schnell erklärt: Ladestation und Antenne aufstellen, alles festschrauben. Auf dem Papier.

In der Realität war der Boden nach Wochen ohne Regen betonhart, und ich habe die Ösen mit körperlichem Einsatz reingedreht, verschwitzt und leise fluchend. Deshalb gibt es von diesem Teil des Nachmittags keine Bilder. Videoblogger müssen so etwas filmen, ich darf es einfach nur hinter mich bringen.
Die Ösen sind übrigens wieder aus Plastik. Beim Navimow habe ich mich darüber noch beschwert, beim RockMow habe ich es notiert, inzwischen nehme ich es als Branchenstandard hin. Gehalten haben die Plastikdinger bisher bei allen dreien.
Erdspieße bei trockenem Boden nicht mit Gewalt reindrehen: die Stelle am Vorabend wässern, dann flutscht es. Habe ich beim Navimow gelernt und am Sonntag prompt wieder vergessen.
ANTHBOT N8 einrichten: Konto, App und die erste Karte
Die ANTHBOT-App ist ordentlich eingedeutscht, das Konto war per E-Mail in einer Minute angelegt. Nur eine Eigenheit hat sie: Sie siezt. „Gehen Sie zum Gerät“ steht da auf dem Startbildschirm, und ich finde das fast schon charmant. Mein Mähroboter und ich, wir bleiben förmlich.
Nach ein paar Minuten stand der Roboter als „N8_0526″ mit 50 Prozent Akku in der App, verbunden über WLAN, Bluetooth und 4G gleichzeitig. Der komplette App-Teil bis zum fertigen Firmware-Update war in einer guten Viertelstunde durch, beim RockMow war das zäher.
Firmware-Updates zieht sich der N8 künftig nachts zwischen 1 und 3 Uhr von allein, eine Einstellung, die ich angelassen habe. Netter Nebenfund in den Geräteinfos: Das 4G-Modul ist laut App für ein Jahr freigeschaltet, ohne Aufpreis.



Danach die Kartierung. Ich habe die automatische Variante gewählt, einfach weil der Nachmittag schon lang genug war. Mein Garten ist für so ein System konzeptionell die Hölle, Trampolin, Schaukel, Apfelbaum, und trotzdem stand am Ende eine brauchbare Karte. Einigermaßen jedenfalls; wo sie nachgebessert werden muss, wird der Alltag zeigen.
Details, mit denen ich nicht gerechnet habe
Beim Durchklicken der App bin ich über einen eigenen Modus für die Mähwerk-Reinigung gestolpert: Der Roboter senkt die Klinge in die niedrigste Position und schaltet sich dann ab, damit man gefahrlos ans Messer kommt. So etwas vermisse ich bei etablierten Herstellern.
Auch am Gerät selbst gibt es Kleinigkeiten, die zeigen, dass hier jemand mitgedacht hat: eine beschriftete RTK-Klappe, Status-LEDs für 4G, WLAN und GPS direkt am Bedienfeld, dazu ein abziehbarer Safety Key. Der Safety Key ist ein physischer Sicherheitsschlüssel; ohne ihn läuft der Mäher nicht an.
Der beste Fund steckt in der Hinderniserkennung: Die optische Erkennung hat drei Empfindlichkeitsstufen, und die höchste weicht laut App ausdrücklich auch Laubflächen aus. Ein Laubsammler, der Laub für ein Hindernis halten kann, diese Einstellung spiele ich im Oktober als Erstes durch. Daneben gibt es einen „Anormalen Objektiv-Arbeitsmodus“ fürs Weiterfahren mit beschlagener Linse. Die deutschen Menütexte sind stellenweise ein Abenteuer, die Funktionen dahinter wirken durchdacht.

Sein erster Auftrag ist eine Frechheit
Womit wir beim Zustand des Rasens wären. Zehn Tage Wachstum bei Spätsommerwetter, dazwischen Klee und die ersten trockenen Blätter. Der N8 startet also nicht mit einem gepflegten Zierrasen, sondern mit einem Härtetest, den sich kein Hersteller für die erste Woche wünscht.
ANTHBOT verspricht mit montiertem Fangkorb rund 200 Quadratmeter pro Akkuladung, mein Garten hat 103. Auf dem Papier reicht das locker. Aber die haben auch nicht damit gerechnet, dass jemand seinen Garten wochenlang nicht mäht, obwohl er zwei Mähroboter rumstehen hat.
Ein paar Minuten habe ich ihn am Sonntag trotzdem fahren lassen, mehr gibt ein Sonntag nicht her. Hängen geblieben ist vor allem: Leise ist anders, der N8 war bei diesem Kurzlauf deutlich präsenter als meine bisherigen Mäher. Ob das der Zyklon war oder einfach zehn Tage Rasen auf einmal, kann ich nach ein paar Minuten nicht sauber trennen. Deshalb bleibt das vorerst eine Beobachtung, keine Wertung.

Was der Herbst jetzt klären muss
Offen ist ausgerechnet das, wofür der N8 gebaut ist. Sammelt der Fangkorb zuverlässig, und wie oft muss die 23-Liter-Tasche in der Praxis geleert werden? Bleibt der N8 so präsent laut, wenn der Rasen wieder normale Höhe hat? Und schlägt er sich an meiner Schaukel besser als der Navimow mit seinem Laser?
Das alles bekommt seinen großen Auftritt im Herbst-Review, wenn hier echtes Laub liegt und der Fangkorb zeigen muss, wofür er gebaut wurde. Bis dahin läuft der N8 im Dauerbetrieb, und der Vergleich der kabellosen Mähroboter bekommt danach sein Update.

Zwei Stunden, kein Drama, ein Versprechen
Nach Tag 1 bleibt: Die Einrichtung war unspektakulär. Knapp zwei Stunden vom Karton bis zur Karte, davon ging das meiste für Schrauben und Schwitzen drauf, nicht für Software-Gefrickel. Der N8 ist der dritte Mäher in diesem Garten, und zum ersten Mal fühlte sich ein Setup nach Routine an.
Ob der Fangkorb sein Geld wert ist, weiß ich noch nicht, und genau deshalb steht das Ding jetzt hier. Wenn im Oktober das Laub fällt, hat der N8 seinen großen Moment. Oder sein Problem.
Wie lange dauert es, den ANTHBOT N8 einzurichten?
Bei mir knapp zwei Stunden vom Auspacken bis zur fertigen Karte, inklusive automatischer Kartierung. Der reine App-Teil (Konto, Kopplung, Firmware-Update) war in rund 15 Minuten erledigt, die meiste Zeit kostet der Aufbau von Ladestation und RTK-Antenne.
Was kostet der ANTHBOT N8 und wo gibt es ihn?
Der N8 kostet 1599 Euro im deutschen ANTHBOT-Shop. Auf Amazon steht er mit 1699 Euro, dort lässt sich aber ein 100-Euro-Coupon aktivieren, womit er ebenfalls bei 1599 Euro landet (Stand: 6. September 2026).
Braucht der ANTHBOT N8 ein Begrenzungskabel?
Nein. Der N8 navigiert kabellos über Full-Band-RTK mit einer Referenzantenne im Garten, ergänzt um zwei Kameras und optional 4G-NetRTK. Die Kartierung lief bei mir automatisch, ohne einen Meter Draht zu verlegen.
Was macht der ANTHBOT N8 anders als andere Mähroboter?
Er ist ein 4-in-1-Gerät: mähen, mulchen, Schnittgut sammeln und Laub aufnehmen. Sein 23-Liter-Fangkorb entleert sich automatisch, das bietet in dieser Preisklasse aktuell kein anderer Hersteller.
ANTHBOT hat mir den N8 für diesen Test zur Verfügung gestellt. Vorgaben, was ich schreiben soll, gab es keine.





