Der Anthbot N8 löst ein Problem, an dem sich bisher kein Mähroboter versucht hat: den Herbst. Wenn im Oktober das Laub fällt, parken die meisten Rasenroboter in der Garage, der N8 fährt weiter und sammelt die Blätter ein. IMTEST hat das 4-in-1-Konzept jetzt als erste deutsche Redaktion durchgetestet, und die Ergebnisse sind interessant genug, um sich die junge Marke genauer anzusehen.
- 4-in-1-Mähroboter: Mähen, Mulchen, Grasschnitt sammeln und Laub aufnehmen, UVP 1.599 Euro
- 23-Liter-Fangkorb mit automatischer Entleerung: Ist er voll, fährt der N8 zu einem festgelegten Ablagepunkt und kippt selbst aus
- Navigation ohne Begrenzungskabel per Full-Band-RTK plus zwei Kameras, für Flächen bis 1.500 Quadratmeter
- Erster DE-Test (IMTEST): sehr sauberes Schnittbild, zuverlässige Hinderniserkennung, schnelle Auto-Kartierung
- Ehrliche Schwächen: mäht nicht ganz bis an den Rand und stößt beim Rangieren mit montiertem Korb gelegentlich an

Der 23-Liter-Fangkorb ist der eigentliche Trick
Praktisch jeder Mähroboter mulcht: Der Schnitt bleibt als Dünger auf der Fläche liegen, und meistens ist das auch die beste Wahl. Der N8 kann das ebenfalls, hängt aber optional einen 23-Liter-Fangkorb hinten an. Ist der voll, fährt der Roboter selbstständig zu einem festgelegten Ablagepunkt im Garten und entleert dort, ganz ohne Zutun. Das Mähwerk dreht laut Hersteller mit bis zu 4.000 Umdrehungen pro Minute und häckselt dabei auch aufgenommenes Laub klein, bevor es im Korb landet.
Sinn ergibt das Sammeln vor allem bei hohem Gras, nach längerem Urlaub etwa, und eben im Herbst. Genau da liegt der Reiz des Konzepts: Laub auf dem Rasen ist die Jahreszeit-Aufgabe, für die bisher Rechen, Laubbläser oder schlicht Ignorieren zuständig waren. Ein Roboter, der sie nebenbei erledigt, verlängert seine eigene Saison um zwei Monate.
RTK plus zwei Kameras: Navigation ohne Kabel, aber mit Antenne
Beim Fahren setzt der N8 auf die Kombination, die sich in der Klasse ohne Begrenzungskabel durchgesetzt hat: RTK-Satellitennavigation für die zentimetergenaue Position, dazu zwei Kameras für Stellen mit schlechtem Empfang, etwa unter Bäumen. Laut Hersteller empfängt das System Signale von bis zu 155 Satelliten und erkennt per KI bis zu 1.000 Objekttypen, beides typische Datenblatt-Ansagen, die erst ein Langzeittest einordnen kann. Eine separate GPS-Antenne muss im Garten platziert werden, das ist der übliche Preis der RTK-Methode. Wie sich die Ansätze grundsätzlich unterscheiden, habe ich im Vergleich der Mähroboter ohne Begrenzungskabel aufgedröselt.
Kartiert wird per App, wahlweise manuell oder automatisch, und laut IMTEST klappte beides schnell und intuitiv. Danach lassen sich Zonen, Sperrbereiche, Zeitpläne und Schnitthöhe einstellen, der Mähplan reagiert auf Wetter und Sonnenstand, Updates kommen über OTA. Ein Display hat der N8 nicht, gegen Diebstahl gibt es GPS-Ortung.
Was der erste deutsche Test zeigt: gutes Schnittbild, zwei ehrliche Schwächen
IMTEST bescheinigt dem N8 ein sehr sauberes Schnittbild und eine zuverlässige Hinderniserkennung, notiert aber zwei Schwächen: Bis ganz an den Rand mäht er nicht, und beim Rangieren mit montiertem Fangkorb stößt er gelegentlich gegen Gegenstände, vor denen er zuvor brav stehen geblieben ist. Der Korb macht das Heck offenbar länger, als die Software denkt. Beides sind keine K.-o.-Kriterien, aber genau die Sorte Detail, die zwischen Datenblatt und Alltag entscheidet.
Interessant finde ich, wen IMTEST als Alternativen daneben stellt: den Segway Navimow als Testsieger und den Bosch Visimow als Preis-Leistungs-Tipp. Den Testsieger kenne ich zufällig ziemlich gut, mein Navimow i208 mäht seit dem Frühjahr durch meinen Garten. Gegen den tritt der N8 mit einem Argument an, das Navimow schlicht nicht hat: Nach dem letzten Schnitt im Oktober ist bei meinem Schluss, der N8 fängt dann erst richtig an.
Wer Anthbot ist, und was der N8 kostet
Anthbot ist die Garten-Marke von LDROBOT aus Shenzhen, einem der großen LiDAR-Hersteller, deren Sensoren in etlichen Saugrobotern stecken. Die Marke ist hierzulande noch jung, die kleineren Geschwister M5 und M9 sind aber bereits im deutschen Handel unterwegs, und mit der Genie-Serie steht ein Einsteiger-Lineup dahinter. Der N8 kostet nach IMTEST-Angaben 1.599 Euro UVP und wird aktuell vor allem über den Hersteller-Shop verkauft.
Damit steht er preislich mitten im Feld der etablierten RTK-Klasse, mit dem Fangkorb als echtem Alleinstellungsmerkmal. Ob die Sammel-Mechanik hält, was das Datenblatt verspricht, will ich im Herbst selbst herausfinden, der N8 steht auf meiner Testliste genau wegen der Laub-Frage. Bis dahin gilt meine Standard-Empfehlung für junge Mähroboter-Marken: Erst Langzeitdaten abwarten, dann Geld ausgeben. Der IMTEST-Auftakt ist immerhin ein ordentliches erstes Zeugnis.
Die Fragen, die jetzt kommen
Was kann der Anthbot N8?
Der N8 ist ein 4-in-1-Mähroboter ohne Begrenzungskabel: Er mäht, mulcht, sammelt Grasschnitt und nimmt Laub vom Rasen auf. Für Gras und Laub nutzt er einen 23-Liter-Fangkorb, den er an einem festgelegten Ablagepunkt automatisch entleert. Empfohlen ist er für Flächen bis 1.500 Quadratmeter.
Was kostet der Anthbot N8?
Die UVP liegt bei 1.599 Euro. Verkauft wird der N8 derzeit vor allem über den Hersteller-Shop, die kleineren Anthbot-Modelle M5 und M9 sind in Deutschland bereits im Handel.
Wie navigiert der Anthbot N8?
Ohne Begrenzungskabel, per Full-Band-RTK-Satellitennavigation kombiniert mit zwei Kameras für Bereiche mit schlechtem Empfang. Eine separate GPS-Antenne im Garten ist nötig, kartiert wird per App, wahlweise automatisch.
Welche Schwächen zeigt der Anthbot N8 im Test?
IMTEST notiert zwei Punkte: Der N8 mäht nicht ganz bis an den Rand, und beim Rangieren mit montiertem Fangkorb stößt er gelegentlich gegen Hindernisse, die er beim Anfahren korrekt erkannt hatte.





