Vier Tastaturen mit Magnet-Switches in einem Jahr, und keine davon hat mich zu einem besseren Spieler gemacht. Dieser Epomaker TH87 Test ist der erste seit langem, in dem es um nichts anderes geht als ums Tippen. Keine Magnete, kein Display, kein Menü. Dafür ein deutsches Layout ab Werk, ein Akku so groß wie eine Powerbank, und ein Preis, bei dem ich zweimal nachgesehen habe: 100 Euro.
Eins vorweg: Das hier ist kein Duell mit der Zoom75 oder der Evo75, die auf demselben Tisch stehen. Ein 100-Euro-Board löst keinen 400-Euro-Boliden ab, und darum geht es auch nicht. Es geht um die Frage, die ich öfter bekomme als jede Frage nach Rapid Trigger: Was nehme ich, wenn ich mich nicht tief auskenne und trotzdem nicht 300 oder 400 Euro ausgeben will? Dafür ist dieser Test gedacht.
Knapp vier Wochen hängt sie jetzt am Windows-PC. Vor acht Wochen stand hier die HE68 Lite von derselben Firma, 70 Euro, Gehäuse gab unter Druck nach. Jetzt steht eins da, das ein Kilo wiegt und beim Anschlag satter klingt, als mir persönlich lieb ist.
Spoiler: Fehlen tut mir nichts. Leise ist sie nicht, und für mich ist das kein Fehler.
Epomaker hat mir die TH87 ISO-DE für diesen Test zur Verfügung gestellt. Vorgaben, was ich schreiben soll, gab es keine.
- Epomaker TH87 ISO-DE: TKL mit 88 Tasten, komplettes deutsches Layout ab Werk, 99,99 Euro bei Amazon (Stand 27. Oktober 2026), verkauft von Epomaker selbst, Creamy Jade und Sea Salt Silent zum selben Preis. Die ANSI-Version kostet auf epomaker.com 75,99 Dollar.
- Gemessen mit derselben Kette wie meine Evo75: Im Körper-Band (400 bis 800 Hertz) liegt die TH87 gleichauf mit dem Board für das Vierfache, in der Schärfe hat sie 6 Dezibel mehr Hochton, und sie ist 2 bis 3 Dezibel lauter.
- Enter ist die lauteste Taste, die Leertaste ist in der Spitze 5 Dezibel leiser als das Buchstabenfeld, hat aber 5 Dezibel mehr Bass: klobig statt laut. Über die ganze Aufnahme schwankt der Klang nur um 0,25 Dezibel, Stabilisatoren fallen nicht heraus.
- Outemu Silent Peach im selben Gehäuse sind 22 Dezibel leiser als die Creamy Jade. Die Lautstärke kommt vom Switch, nicht (nur) vom Plastikgehäuse. Wer es leise braucht, bestellt gleich die Sea Salt Silent.
- Ein Kilo Gehäuse, Gasket-Mount mit dezentem Flex, Dongle-Fach neben dem Typenschild, das den Empfänger hält. Die Leertastenkappe wiegt 7,5 Gramm, Enter 2,9, ein Ä 1,1.
So bin ich zu diesem Urteil gekommen
Was 100 Euro kaufen: TKL, ISO-DE, Gasket, und keine Magnete
Im Karton liegt die Tastatur, ein Kabel von USB-A auf USB-C, der 2,4-GHz-Empfänger, ein kombinierter Puller für Tasten und Switches und zwei Ersatz-Switches. Dazu ein Handbuch, das die Fn-Belegungen erklärt, und das wirst du brauchen, weil auf den F-Tasten nichts davon aufgedruckt ist. Keine Handballenauflage, kein Dongle-Verlängerer.

Die TH87 heißt TH87, hat in der deutschen Version aber 88 Tasten, weil das ISO-Layout eine mehr braucht als ANSI. TKL = Tenkeyless, also eine Tastatur ohne Nummernblock, aber mit F-Reihe, Pfeiltasten und dem Block über den Pfeilen. Für mich nach einem Jahr mit 65 und 75 Prozent eine kleine Erleichterung: Entf, Pos1 und Bild hoch liegen wieder da, wo meine Finger sie seit Windows 95 vermuten.
Das deutsche Layout ist komplett: großes Enter, Ü, Ö und Ä an den richtigen Stellen, die Sonderzeichen stimmen mit der QWERTZ-Belegung überein. Keine umgelabelte US-Variante, keine Kappen aus dem Zubehör-Set. Wenn du dich in der ISO-Welt bewegst, weißt du, dass das bei Custom-nahen Boards immer noch nicht selbstverständlich ist.

Unter den Kappen steckt die Liste, die ich sonst von 180-Euro-Boards kenne: Gasket-Mount mit Flex-Cut-Platine (Schlitze in der Platine, damit sie beim Anschlag nachgeben kann), fünf Dämmlagen aus Poron, IXPE und Silikon, Hot-Swap-Sockel für Fünf-Pin-Switches, Double-Shot-PBT im Cherry-Profil, RGB pro Taste nach vorne gerichtet. Gasket-Mount = Die Platine liegt auf Schaumstoffstreifen im Gehäuse statt fest verschraubt, der Anschlag federt leicht und klingt dumpfer. Laut Epomakers Produktseite sind die Switches ab Werk geschmiert, und ich hatte keinen Grund, nachzuschauen.
Was nicht drin ist: Magnete. Keine Hall-Effect-Switches, kein Rapid Trigger (die Funktion, mit der Magnet-Boards eine Taste schon beim leichten Loslassen neu auslösen), 1000 statt 8000 Hertz Abfragerate. Wer das vermisst, findet im Überblick zum Magnet-Hype die Boards, die es können. Ich habe es in vier Wochen nicht einmal vermisst, aber dazu später.
Bleibt der Akku. 10.000 mAh stehen im Datenblatt, das ist die Kapazität einer kleinen Powerbank und erklärt, warum das Board ein Kilo wiegt. Epomaker verspricht 45 Stunden mit voller Beleuchtung und 200 ohne. Nachgemessen habe ich das nicht, das Board hing bei mir die meiste Zeit am Kabel, und eine Zahl, die ich nicht habe, schreibe ich nicht hin.
Der Preis: 99,99 Euro bei Amazon, verkauft von Epomaker selbst, beide Switch-Varianten kosten gleich viel. Was der eigene Shop und die ANSI-Version kosten, und warum das deutsche Layout bei Epomaker traditionell Aufschlag kostet, steht unten im Kaufen-Abschnitt.
Gehäuse und Füße: ein Kilo Plastik, und das Dongle-Fach
Die HE68 Lite wog 650 Gramm und gab nach, sobald ich sie an den Ecken gepackt habe. Die TH87 wiegt 1028 Gramm auf meiner Waage, und ein guter Teil davon ist der Akku, der wie eine Powerbank im Boden liegt. Verwinden lässt sich da nichts mehr.
Drückst du mitten aufs Buchstabenfeld, federt es leicht. Das ist der Gasket-Mount, und er ist dezent abgestimmt, kein Trampolin wie bei manchen Custom-Boards mit weichen Schaumstreifen. Beim Tippen merkt man es als weichen Boden im Anschlag, nicht als Bewegung der Platte.

Das Gehäuse ist Kunststoff, matt, in Cremeweiß, und es nimmt keine Fingerabdrücke an. Alu gibt es in dieser Preisklasse nicht, dataholic führt das als Schwäche. Ich sehe es nüchterner: Das Plastik ist ein Teil davon, warum sie 100 Euro kostet, und mit dem Klang hat es weniger zu tun, als ich vorher dachte. Dazu gleich mehr.
Die Kappen sind Double-Shot-PBT im Cherry-Profil, und weil ich es wissen wollte, habe ich drei davon auf die Küchenwaage gelegt: Die Leertaste wiegt 7,5 Gramm, Enter 2,9, ein einzelnes Ä 1,1. Dicke Kappen also, und die Leertaste wird deshalb unten noch einmal Thema.
Unten zwei Klappfüße mit je zwei Stufen und vier Gummipads an den Ecken. Ich tippe auf Stufe eins.
Bei der TK75 TMR lag der 2,4-GHz-Empfänger auf dem Tisch, sobald ich den linken Fuß ganz ausgeklappt habe, weil sein Fach genau darunter sitzt. Die TH87 habe ich deshalb als Erstes umgedreht. Das Fach sitzt neben dem Typenschild, weit weg von beiden Füßen, der Dongle hält und passt. Mehr muss ein Fach nicht können.

An der Rückseite sitzen zwei Schiebeschalter, einer für Windows oder Mac, einer für Kabel, Funk oder Bluetooth, dazu die USB-C-Buchse. Kein Display und kein Knopf, dessen Funktion man nachschlagen muss. Nach vier Magnet-Boards mit Menüs fühlt sich das an wie ein Auto mit Handbremse.










Tippen und Klang mit den Creamy Jade
Vier Wochen Windows-Alltag: Texte wie dieser, abends ein paar Runden als Gelegenheitsspieler mit begrenzten Skills. In der Zeit hat mich am Board nichts gestört, was mit Tippen zu tun hat. Die Lautstärke ist ein eigenes Kapitel.
Der Anschlag
Auf meinem Board stecken die Creamy Jade: linear, 45 Gramm Auslösekraft, 2,0 Millimeter Vorlauf, 3,6 Millimeter Gesamtweg, ab Werk geschmiert. Zum Vergleich: Die Neo Rye meiner Evo75 sind spürbar schwerer, die Creamy Jade sind der leichtere, unauffälligere Switch von beiden.
Nach vier Wochen bleibt bei mir ein Wort hängen: ausgewogen. Nicht so leicht, dass ich Tasten streife, nicht so schwer, dass die Finger am Abend müde sind. Kratzen oder Federklingeln habe ich nicht gehört. Auf dem Buchstabenfeld gibt es nichts, worüber ich nachdenken muss, und das ist bei einem Switch das höchste Lob, das ich habe.

Wie sie klingt, und was die Messung sagt
Aufgenommen habe ich für diesen Epomaker TH87 Test wie bei meiner Evo75 mit dem Zoom M4, rund 30 Zentimeter mittig über dem Board, in 32-Bit-Float. Getippt ist das Buchstabenfeld, dazu Leertaste und Enter einzeln. Beide Aufnahmen laufen durch dieselbe Messkette, je Anschlag ausgewertet, mechanisch gegen mechanisch.
Was ich höre, ist satt und voll, mit Druck untenrum, ohne Ping und ohne Nachklingen. Mir persönlich ein wenig zu mächtig und zu laut, aber das ist Geschmack, und dataholic nennt den Klang die größte Stärke des Boards. Die Messung erklärt, woher beide Eindrücke kommen.

Der Bauch kommt vom Gehäuse. Im Band von 400 bis 800 Hertz, das ich Körper nenne, liegt die TH87 gleichauf mit der Evo75, einem Board für das Vierfache. Das ist der Gasket-Mount mit der Flex-Cut-Platine, und genau das ist das „satt“, das ich höre. Kern und Kontur, also 800 bis 2500 Hertz, sind bei beiden fast identisch.
In der Schärfe oberhalb von 4 Kilohertz trennen sich die beiden: Die TH87 hat gut 6 Dezibel mehr Hochton, sie klingt heller und härter als die Evo75. Die Lautstärke ist die andere Seite der Medaille. Gemessen an den Anschlag-Spitzen ist die TH87 2 bis 3 Dezibel lauter als die Evo75, bei in etwa gleicher Mikrofonposition. Mein „zu laut“ war also keine Einbildung.
Leertaste gegen Enter, und was die Stabilisatoren machen
Stabilisatoren sind bei günstigen Boards oft das, was man hört: die Drahtbügel unter Enter, Backspace und Leertaste. Die TH87 ist hier gleichmäßiger, als ich erwartet hatte. Über die ganze Aufnahme schwankt die Klangverteilung um 0,25 Dezibel, und die lautesten zwanzig Prozent der Anschläge liegen nur 5 Dezibel über dem Rest, mit demselben Profil.
Dann habe ich Leertaste und Enter einzeln aufgenommen, und das Ergebnis hat mich überrascht. Enter ist die lauteste Taste des Boards, die Spitzen liegen knapp 2 Dezibel über dem Tippen. Die Leertaste dagegen ist in der Spitze 5 bis 6 Dezibel leiser als das Buchstabenfeld, hat aber unter 400 Hertz rund 5 Dezibel mehr Energie. Ein dumpfes Wumm, das man eher im Tisch spürt als hört.

Mein Ohr hatte die Leertaste als laut abgespeichert. Die Messung sagt: klobig, nicht laut. Mit 7,5 Gramm Kappe und einem Drahtbügel darunter ist das kein Wunder, und wer es ändern will, schmiert den Stabilisator oder legt ein Stück Schaumstoff unter die Kappe. Ich habe es gelassen.
Outemu Silent Peach zum Tausch
Meine These nach Woche eins war: Das Board ist so laut, weil das Gehäuse aus Plastik ist. Um das zu prüfen, habe ich Outemu Silent Peach in die Reihe von Q bis P gesetzt, dazu in Leertaste und Enter, und dieselbe Aufnahme noch einmal gemacht, gleiche Position, gleiche Session, nur auf den getauschten Tasten getippt.
Erst Creamy Jade, dann Silent Peach, mit derselben Verstärkung. Die Silent Peach allein:

Die Silent Peach sind 22 Dezibel leiser als die Creamy Jade, im selben Gehäuse. Zehn Dezibel sind ungefähr die halbe empfundene Lautstärke, zwanzig ein Viertel. Das ist dieselbe Größenordnung wie bei jedem Silent-Tausch, den ich bisher gemessen habe, und es erledigt meine These: Das Plastikgehäuse macht das Board nicht laut, der Switch tut es. Das Gehäuse liefert den Bauch, und der bleibt auch mit Silent-Switches als gedämpfter Thud im Körper-Band stehen.
Drin bleiben sie trotzdem nicht. Ich brauche den Klang als Rückmeldung, und Silent-Switches fühlen sich für mich grundsätzlich mushy an, als würde jemand zwischen Finger und Platine ein Handtuch halten. Wer es leise braucht, nimmt die TH87 besser gleich mit Epomakers eigenen Sea Salt Silent, die kosten bei Amazon dasselbe. Getestet habe ich die nicht, aber sie sind die Variante, die Epomaker für genau diesen Fall vorsieht.
Software: der Hub kennt jetzt Deutsch, aber nur am Kabel
Beim HE68-Lite-Test kannte der Web-Hub das deutsche Layout nicht und bot nur ANSI an. Das war die Frage, die ich an die TH87 mitgebracht habe, und die Antwort ist diesmal ein Ja, sogar doppelt.
Epomaker verlinkt auf seiner Treiber-Seite nämlich zwei Web-Apps: den Epomaker Hub unter hub.epomaker.com, das ist der aus dem HE68-Test, und einen „Online Driver“ unter epomaker.driveall.cn.
Beide laufen im Browser, beide erkennen das Board als TH87 DE beziehungsweise „TH87 ISO“ und zeigen die QWERTZ-Belegung mit Ü, Ö, Ä und ß an den richtigen Stellen, in deutscher Oberfläche. Der Hub ist der hübschere von beiden, der Online Driver der nüchternere, können tun beide dasselbe.

Was die Apps können: Tasten umbelegen auf einer normalen und einer Fn-Ebene, Makros mit Aufnahmefunktion und 2048 Byte Speicher, Profile, rund zwanzig Lichteffekte mit Farbrad und Helligkeit, und ein Firmware-Check, der meiner TH87 die Version 1.12 bescheinigt und keine neuere kennt. Nützlich ist die Fn-Ebene im Hub, weil auf den Tasten nichts aufgedruckt ist: Bluetooth-Slots auf Q, W und E, Neuverbinden auf R, Werksreset auf Esc, die Lichtsteuerung auf dem Navigationsblock.

Was sie nicht können: Funk und andere Browser. Beide Apps sehen die Tastatur nur am USB-Kabel, weder über den 2,4-GHz-Dongle noch über Bluetooth. Und sie brauchen Chrome oder einen anderen Chromium-Browser, weil sie über WebHID mit dem Board reden, die Browser-Schnittstelle für USB-Geräte. Firefox meldet „WebHID API not supported“, Safari findet kein Gerät.
Eine Web-App, die ein Kabel und einen bestimmten Browser braucht, um ein kabelloses Board einzustellen, bleibt in sich ein Witz, auch wenn die Einstellungen danach im Onboard-Speicher liegen.
Am Mac selbst läuft die TH87 ohne Hub: Schalter auf Mac, dann Kabel oder Bluetooth, und Cmd und Option liegen da, wo sie hingehören. Nur der 2,4-GHz-Dongle wollte am Mac nicht, am Windows-PC verbindet er sich sofort, und warum das so ist, konnte ich nicht herausfinden. Wer das Board hauptsächlich am Mac nutzt, nimmt Bluetooth und merkt vom fehlenden Dongle nichts.
Und nach einer Weile fing die Oberfläche des Online Drivers an zu spinnen, die Seite sah kaputt aus, bis ich sie neu geladen habe. Das passt zu dem, was ich von drei Epomaker-Boards mit demselben Konzept kenne: Es funktioniert, es ist nicht schön, und es ist nicht meins. Umbelegt habe ich in vier Wochen nichts, Makros brauche ich keine, an der Beleuchtung habe ich herumgespielt und sie dann so gelassen.
Für die Zielgruppe dieses Tests ist das weniger schlimm, als es klingt. Wer anstecken und tippen will, bekommt genau das, ohne Treiber-Installation. Wer Ebenen baut und Tasten verschiebt, nimmt die Keychron K8 Pro mit VIA oder wartet auf meinen Test des TH26, der als einziges Epomaker-Gerät der Lieferung VIA spricht.
7 von 10 in der Wertung, und das meine ich so: Eine Web-App, die funktioniert, ist mir lieber als die Windows-Programme mit Virenwarnung, die man zweimal startet und dann vergisst. Der Schritt ist richtig, nur das Kabel und der Browserzwang bleiben.
Fünf Epomaker-Geräte in anderthalb Jahren: was sich geändert hat
Die TH87 ist das dritte Epomaker-Board auf diesem Tisch, und mit der NEX Pro und dem Nummernblock TH26 aus derselben Lieferung sind es fünf Geräte seit März 2025. Das reicht nicht für ein Urteil über eine Firma, aber für ein Muster. Und das Muster hat sich bewegt.
Angefangen hat es mit der x AULA F65: nur ANSI, eine Software, vor der Windows beim Start gewarnt hat, Gehäuse aus Kunststoff. Dann die HE68 Lite im September, mit deutschem Layout, aber einem Web-Hub, der dieses Layout nicht kannte, und einem Gehäuse, das unter Druck nachgab. Jetzt ein Board, das ein Kilo wiegt, mit kompletter QWERTZ-Belegung ab Werk und einem Dongle-Fach, das funktioniert.
Besser geworden ist die Hardware. Jedes der drei Boards war spürbar solider als das davor, und der Sprung von der HE68 Lite zur TH87 ist der größte, bei nur 30 Euro Unterschied.
Auch die Verfügbarkeit hat sich geändert. Die HE68 Lite habe ich bei Amazon noch über den Händler MechLands gefunden, alle drei neuen Geräte verkauft Epomaker inzwischen selbst, mit Versand über Amazon. Für die Rückgabe ist das der relevante Punkt: Amazon-Regeln statt Rücksendung nach China.
Gleich geblieben ist das Software-Konzept. Web-App statt Installation, nur am Kabel und nur in Chrome, die NEX Pro bringt dieselbe Art Software mit. Immerhin kennt der Hub inzwischen das deutsche Layout, das war bei der HE68 Lite noch anders. Ausgerechnet das kleinste Gerät der Lieferung macht es anders: Der TH26 lässt sich über VIA konfigurieren, also über den offenen Standard, den auch Keychron nutzt.
Die Tests zu NEX Pro und TH26 folgen in den nächsten Wochen.
Den Reddit-Grundton, „sus company“, habe ich im HE68-Test ausführlich gegen die Fakten gehalten und wiederhole das hier nicht. Nur der Stand: Auf Trustpilot stehen inzwischen 146 Bewertungen mit 4,2 Sternen, im September waren es 138 mit 4,1, und Epomaker antwortet laut Trustpilot auf jede negative Bewertung innerhalb von zwei Tagen. Mit dem Support selbst hatte ich bei keinem der fünf Geräte zu tun, alle fünf waren Testmuster, und das bleibt die Lücke in dieser Bilanz.
Mein Stand nach fünf Geräten: Die Hardware ist dem Ruf davongelaufen, die Software holt langsam auf. Wer ein Epomaker-Board kauft, bekommt für sein Geld mehr Tastatur als vor anderthalb Jahren, und lässt die Firmware am besten so, wie sie kommt.
ISO-DE kaufen: 99,99 Euro bei Amazon, Alternativen
Die TH87 ISO-DE kostet 99,99 Euro bei Amazon, Verkäufer ist Epomaker selbst, Versand über Amazon, beide Switch-Varianten zum selben Preis. Im eigenen Shop von Epomaker stand die deutsche Version im September laut dataholic bei 118,95 Euro, die ANSI-Variante auf epomaker.com bei 75,99 Dollar. Der Aufschlag fürs deutsche Layout ist bei Epomaker Tradition, bei der HE68 Lite waren es 17 Euro. Amazon ist hier der Weg, bei dem er am kleinsten ausfällt.
Die Switch-Frage habe ich oben beantwortet, hier noch einmal in einem Satz: Creamy Jade, wenn du den Klang willst und den Raum dafür hast, Sea Salt Silent, wenn jemand nebenan schläft oder arbeitet. Beide sitzen in Fünf-Pin-Hot-Swap-Sockeln, lassen sich also später tauschen, und zwei Ersatz-Switches liegen bei.
Wer den Nummernblock vermisst, hat bei Epomaker zwei Wege. Die TH99 ISO-DE ist das 96-Prozent-Geschwister mit angebautem Ziffernblock, bei Amazon für 109,99 Euro, ebenfalls von Epomaker verkauft. Oder die TH87 plus den TH26, der Nummernblock aus derselben Lieferung, 49,99 Euro, gleiche Switches, gleiche Farben, und man stellt ihn links neben die Tastatur, wo er als Makro-Block mehr bringt als rechts. Der TH26-Test folgt.
Die Alternative außerhalb von Epomaker heißt Keychron K8 Pro, ebenfalls TKL mit deutschem Layout, mit QMK und VIA statt Web-Hub und auf Wunsch mit Alurahmen. Im deutschen Keychron-Shop steht die ISO-Version bei 154,99 Euro, also gut 50 Euro mehr, und ich habe sie nicht getestet, das sind Datenblatt-Werte. Die 50 Euro kaufen die offene Software, nicht den besseren Klang, zumindest nicht nach dem, was ich bisher an Keychron-Boards gehört habe.
Und darüber? Nur damit du weißt, was im selben Formfaktor eine Etage höher steht, nicht als Kaufempfehlung: Bei Monacokeys liegen gerade die ZoomTKL Dyna von Wuque Studios, dem Hersteller meiner Zoom75, als Alu-Kit mit ISO-Platine ab 229 Euro und die QK80 Mk2 von QwertyKeys als fertiges Alu-Board für 265 Euro. Beim Kit kommen Switches und ein ISO-DE-Keycap-Set obendrauf, und dann bist du bei den 350 bis 400 Euro aus der Einleitung. Getestet habe ich keins von beiden.
Und wer nach diesem Test doch Magnete will, bleibt bei Epomaker und nimmt die HE68 Lite für 70 Euro. Die beiden Boards sind das Gegensatzpaar dieses Jahres: das eine kann Rapid Trigger, das andere fühlt sich an wie eine Tastatur.
Technische Daten
| Layout | TKL, 88 Tasten ISO-DE (87 ANSI, 80 Prozent), Farbe White Grey Pink, Mac/Windows-Schalter am Gehäuse |
|---|---|
| Switches | Epomaker Creamy Jade (linear, 45 gf, 2,0 mm Vorlauf, 3,6 mm Gesamtweg, ab Werk geschmiert) oder Sea Salt Silent (linear, gedämpft), beide zum selben Preis |
| Hot-Swap | Fünf-Pin-Sockel für MX-Switches, zwei Ersatz-Switches und ein kombinierter Puller im Karton |
| Gehäuse | Kunststoff, Gasket-Mount, Polycarbonat-Platte mit Flex-Cut, fünf Dämpfungslagen laut Hersteller (Poron, IXPE, Sound-Pad, EPDM, Silikon) |
| Keycaps und Licht | Double-Shot-PBT im Cherry-Profil, nicht durchleuchtet, Per-Key-RGB south-facing |
| Verbindung | USB-C, 2,4 GHz und Bluetooth, Dongle-Fach an der Unterseite neben dem Typenschild; 1000 Hz am Kabel und per Funk, 125 Hz Bluetooth, NKRO |
| Akku | 10.000 mAh, laut Hersteller 45 Stunden mit voller Beleuchtung und bis zu 200 Stunden ohne, Laden per USB-C, Anzeige per FN+Enter |
| Gewicht und Füße | 1028 g (gewogen), zwei Klappfüße mit je zwei Stufen, vier Gummipads |
| Software | Zwei Web-Apps (hub.epomaker.com und epomaker.driveall.cn), nur Chrome/Chromium per WebHID und nur am USB-Kabel, Firmware-Check; Onboard-Speicher; kein QMK, kein VIA |
| Preis ISO-DE | 99,99 Euro bei Amazon.de (Stand 27. Oktober 2026, Verkäufer Epomaker, Versand Amazon); ANSI 75,99 Dollar auf epomaker.com |
Epomaker TH87 Test: die Fragen, die bleiben
Gibt es die Epomaker TH87 mit deutschem Layout?
Ja, als TH87 ISO-DE mit 88 Tasten, großem Enter und Umlauten an den richtigen Stellen, keine umgelabelte US-Version. Bei Amazon kostet sie 99,99 Euro, verkauft von Epomaker selbst, wahlweise mit Creamy Jade oder Sea Salt Silent. Die ANSI-Variante ist auf epomaker.com mit 75,99 Dollar deutlich günstiger.
Creamy Jade oder Sea Salt Silent: welche Switches für die TH87?
Creamy Jade, wenn du den satten Klang willst und niemand nebenan arbeitet: linear, 45 Gramm, ab Werk geschmiert, und in meiner Messung 2 bis 3 Dezibel lauter als meine Evo75. Silent-Switches im selben Gehäuse waren 22 Dezibel leiser, also etwa ein Viertel der empfundenen Lautstärke. Fürs Büro oder den geteilten Schreibtisch sind die Sea Salt Silent die bessere Wahl, sie kosten dasselbe.
Läuft die Epomaker TH87 unter Mac und Linux?
Als Tastatur ja. Der Schalter am Gehäuse stellt auf Mac um, dann liegen Cmd und Option richtig, per Kabel und Bluetooth lief sie am Mac ohne Zicken, nur der 2,4-GHz-Dongle wollte dort nicht. Die Web-Apps zum Umbelegen brauchen Chrome und das Kabel, Firefox und Safari gehen nicht. Unter Linux habe ich sie nicht getestet.
Wie lange hält der Akku der Epomaker TH87?
Epomaker verspricht bei 10.000 mAh bis zu 200 Stunden ohne Beleuchtung und 45 Stunden mit voller RGB-Helligkeit. Ein eigenes Protokoll habe ich nicht, das Board hing im Test meist am Kabel. Die Kapazität ist die einer kleinen Powerbank und der Grund, warum das Board ein Kilo wiegt.
Epomaker TH87 oder TH99: was ist der Unterschied?
Die TH99 ist das 96-Prozent-Modell mit angebautem Ziffernblock, bei Amazon für 109,99 Euro ebenfalls mit ISO-DE. Die TH87 ist die Tenkeyless-Version ohne Nummernblock, 10 Euro günstiger und mit mehr Platz für die Maus. Wer beides will, kombiniert die TH87 mit dem Nummernblock TH26 für 49,99 Euro, der dieselben Switches und Farben hat.
Vier Magnet-Boards in einem Jahr, und das Board, das am Ende am PC hängen bleibt, hat keine Magnete. Ich glaube, das Jahr war trotzdem nötig. Man merkt erst, was man nicht braucht, wenn man es eine Weile hatte und der Reiz nachlässt, so wie bei jeder Spielerei. Rapid Trigger ist eine Antwort auf eine Frage, die ich nie gestellt habe. Eine Tastatur, die einfach nur Tastatur ist, war die Frage.
Meine 100-Euro-Empfehlung, und der eine Haken
Die Frage vom Anfang dieses Epomaker TH87 Tests: Was nimmt man, wenn man sich nicht tief auskennt und trotzdem keine 300 oder 400 Euro ausgeben will? Nach vier Wochen ist meine Antwort die TH87. Ich habe nichts vermisst, keine Magnete und kein Rapid Trigger, und das sage ich als jemand, der vier Boards mit all dem auf dem Tisch hatte.
Was sie für 100 Euro liefert, hatte ich bisher nur von Boards gesehen, die das Doppelte kosten: ein Klang mit Bauch und ein deutsches Layout ohne Kompromiss, dazu ein Dongle-Fach, das seinen Job macht. Dass das Gehäuse Plastik ist, merkt man beim Anheben, nicht beim Tippen.
Zwei Vorbehalte. Die Lautstärke: Für mich passt sie, ich brauche den Klang als Rückmeldung, aber wer neben anderen Menschen tippt, nimmt die Sea Salt Silent. Und die Software: ein Web-Hub, der ein Kabel und Chrome will. Besser als ein Windows-Programm mit Virenwarnung, aber noch nicht das, was ein Funk-Board verdient.
Ob sie bleibt? Sie hängt noch am PC. Mehr Empfehlung habe ich nicht.







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