Die erste OpenAI Tastatur ist echt, und sie ist nicht das, worauf die Branche seit Monaten wartet. Statt des mysteriösen KI-Geräts von Ex-Apple-Designer Jony Ive hat OpenAI auf der AI Engineer World Fair ein kompaktes mechanisches Keyboard für seinen Programmier-Assistenten Codex gezeigt. Als jemand, der schon unvernünftig viel Geld für Tastaturen und Keycaps ausgegeben hat, bin ich ausgerechnet bei dieser Ankündigung hellwach geworden. Und als jemand, dessen kompletter Blog-Workflow über Claude Code läuft, fühle ich mich von der Strategie dahinter direkt angesprochen.
- OpenAIs erste eigene Hardware heißt Codex Micro: ein mechanisches Eingabegerät für den Coding-Assistenten Codex.
- Frei belegbare mechanische Tasten und zusätzliche Bedienelemente rufen Codex-Funktionen direkt auf.
- Entwickelt in Kooperation mit Work Louder, erinnert stark an deren Creator Micro.
- Marktstart am 15. Juli 2026, einen Preis hat OpenAI noch nicht genannt.
- Das große Jony-Ive-Gerät bleibt weiter in Entwicklung, zuletzt mit ständig wechselnden Gerüchten.
Ein Work-Louder-Verwandter mit Codex-Tasten
Das Gerät heißt Codex Micro und ist eine Mini-Tastatur mit 13 frei belegbaren mechanischen Tasten, einem Joystick und einem Drehregler, entstanden in Kooperation mit dem Zubehörhersteller Work Louder, dessen Creator Micro 2 hier das Gehäuse stellt. Zur Preis-Einordnung: Die zivile Creator Micro 2 kostet 199 US-Dollar, für die Codex-Version gibt es noch keinen offiziellen Preis. Der Zweck ist eng gefasst: Häufig genutzte Funktionen von Codex, OpenAIs Programmier-Assistent, liegen auf eigenen Tasten. Entwickler rufen den Agenten damit auf, ohne die Arbeitsumgebung zu verlassen, berichtet ifun. Der Marktstart ist für den 15. Juli angesetzt.
Aus Tastatur-Nerd-Sicht ist das Konzept nicht neu. Work Louder baut solche Makro-Boards seit Jahren, unter anderem eine Sonderedition für Figma. Neu ist, dass ein KI-Unternehmen dieser Größe physische Tasten für seinen Assistenten baut. Man kann darüber lächeln, dass aus dem angekündigten „iPhone-Nachfolger“ erstmal ein Nummernblock mit RGB geworden ist. Ich finde den Ansatz trotzdem schlauer als das, was viele erwartet haben.

Es geht nicht um Tasten, es geht um Gewohnheiten
Denn der eigentliche Zweck steht zwischen den Zeilen: Entwickler bedienen sich aktuell parallel bei mehreren KI-Anbietern, heute Codex, morgen Claude, je nachdem was gerade besser funktioniert. Eine Tastatur, deren Tasten auf Codex-Funktionen gemappt sind, verankert einen Anbieter physisch auf dem Schreibtisch. Wer seine Handgriffe einmal auf diese Hardware trainiert hat, wechselt nicht mehr so leicht zu Claude Code und Co. Das ist dieselbe Logik, mit der Ökosysteme seit Jahrzehnten gebaut werden, nur eben mit Schaltern statt Software.

Ich merke das an mir selbst: Mein kompletter Redaktions-Workflow hängt an Claude Code, von der Recherche bis zum fertigen WordPress-Entwurf. Würde mir jemand eine hübsche mechanische Tastatur hinstellen, deren Tasten genau diese Abläufe auslösen, wäre der Anbieter dahinter für mich gesetzt. OpenAI hat verstanden, dass die Bindung an einen KI-Assistenten nicht über Benchmarks läuft, sondern über Muskelgedächtnis.
Und das Jony-Ive-Gerät?
Das eigentliche Hardware-Projekt mit Jony Ive existiert weiter, nur weiß offenbar niemand so genau, was es werden soll. Erst war von einem Wearable die Rede, dann von einem eigenständigen KI-Gerät, zuletzt deuteten Berichte auf ein eigenes Smartphone mit agentenbasierter Bedienung. Zeitplan und Erwartungen haben sich in den vergangenen Monaten mehrfach verschoben. Die Codex-Tastatur ist damit weniger ein Vorbote der großen Vision als das erste greifbare Produkt aus dem OpenAI-Umfeld. Immerhin: Das Codex Micro existiert und löst ab dem 15. Juli ein echtes Problem. Das ist mehr, als man über manche Ankündigung der Konkurrenz sagen kann.
Kurz gefragt: die Codex-Tastatur
Was ist die erste Hardware von OpenAI?
Das Codex Micro, ein kompaktes mechanisches Eingabegerät für den Programmier-Assistenten Codex, entwickelt mit dem Zubehörhersteller Work Louder. Es bietet 13 frei belegbare mechanische Tasten, einen Joystick und einen Drehregler, über die sich Codex-Funktionen direkt aufrufen lassen.
Wann kommt die OpenAI Tastatur auf den Markt?
Am 15. Juli 2026. Einen offiziellen Preis hat OpenAI noch nicht genannt, das Schwestermodell Creator Micro 2 von Work Louder kostet 199 US-Dollar.
Ist das das lang erwartete Jony-Ive-Gerät?
Nein. Das gemeinsam mit Jony Ive entwickelte KI-Gerät bleibt in Entwicklung, Formfaktor und Zeitplan haben sich zuletzt mehrfach geändert. Die Codex-Tastatur ist ein separates, deutlich pragmatischeres Produkt.
Für wen lohnt sich die Codex-Tastatur?
In erster Linie für Entwickler, die täglich mit OpenAIs Codex arbeiten und wiederkehrende Funktionen schneller erreichen wollen. Wer hauptsächlich andere Assistenten wie Claude Code nutzt, bindet sich mit der Hardware unnötig an einen Anbieter.





