Der Sonos Ace Ultra ist offiziell noch ein Gerücht, aber eines mit Aktenzeichen: Bei der US-Zulassungsbehörde FCC ist ein Sonos-Kopfhörer mit der Modellnummer S52A aufgetaucht, und auf einem der eingereichten Diagramme steht der Name im Klartext. Vor rund sechs Wochen war der Ace-Nachfolger hier noch ein Roadmap-Versprechen des neuen Sonos-Chefs. Jetzt hat er einen Namen, und die wichtigste Neuerung ist ausgerechnet die Technik, mit der Sonos groß geworden ist: WLAN.
- Sonos Ace Ultra bei der FCC aufgetaucht: Modellnummer S52A, Name im Ohrmuschel-Diagramm
- WLAN an Bord: Der Kopfhörer soll als vollwertige Multiroom-Zone laufen, der erste Ace konnte nur Bluetooth
- Hinweise auf Sprachsteuerung, laut Bloomberg bis zu fünf Farben
- Vorstellung wohl beim September-Event, Preis vermutlich über den 449 Euro des Ace
S52A bei der FCC: WLAN, ein Schieberegler und eine Farbfrage
Das FCC-Filing vom Montag weist auf WLAN-Betrieb hin und enthält laut Bloomberg technische Hinweise auf Sprachbefehle. WinFuture liegen bereits Marketing-Bilder vor: Der Ace Ultra sieht dem ersten Ace ähnlich, fällt aber voluminöser aus, mit tieferen Ohrschalen, kürzeren Mikrofon-Öffnungen und einem neuen Schieberegler an der rechten Seite, dessen Funktion noch niemand kennt.
Bei den Farben wird es überraschend konkret: Aus den FCC-Unterlagen lassen sich laut tbreak fünf Farbnamen herauslesen, nämlich Greige, Shadow Black, Agave, Blush und Sand. Auch Bloomberg spricht von bis zu fünf Varianten, während die WinFuture-Bilder bisher nur Schwarz und Weiß zeigen. Der erste Ace kam ausschließlich in diesen beiden Klassikern, fünf Farben wären für Sonos-Kopfhörer eine Premiere.
WLAN im Kopfhörer: Der Ace lernt, was jeder Sonos-Lautsprecher kann
Um zu verstehen, warum mich dieses Detail mehr interessiert als jede Treiber-Angabe, muss man sich den ersten Ace ansehen. Das war 2024 der erste Sonos, dem das fehlte, was die Marke seit zwanzig Jahren definiert: Er hing per Bluetooth am Handy wie jeder Bose oder Sony, und die einzige Brücke ins Sonos-System war der TV-Audio-Swap mit der Soundbar. Ich bin seit über zehn Jahren im Sonos-Lager, und genau deshalb hat mich der Ace nie gereizt. Ein Sonos, der nicht im System hängt, ist einfach ein Kopfhörer mit Aufpreis-Logo.
Mit WLAN wird der Ace Ultra dagegen zur vollwertigen Multiroom-Zone: Musik läuft ohne Smartphone direkt aus dem System, und der Kopfhörer taucht in der App als eigener Raum auf, Übergabe inklusive. Abends vom Wohnzimmer-Lautsprecher auf den Kopfhörer wechseln, ohne dass die Familie den Rest des Albums mithören muss. Das ist der Anwendungsfall, auf den Sonos-Haushalte seit dem ersten Ace warten.
Genau das hatte Sonos-Chef Tom Conrad beim Management-Umbau im Juni selbst eingeräumt: Der erste Ace kam ohne genug Whole-Home-Integration in eine überfüllte Kategorie. Damals stand der Nachfolger als Roadmap-Punkt im Raum, jetzt liegt er bei der FCC.
Sprachsteuerung und das September-Event: meine Frage steht noch im Raum
Bloomberg ordnet den Ace Ultra in Sonos’ größere KI-Erzählung ein: Conrad spricht von Conversational Computing im ganzen Haus, die Sonos-Sprachsteuerung wurde zuletzt um Philips-Hue- und Lutron-Steuerung erweitert. Das passt zum angekündigten September-Event mit KI-Fokus, auf dem vermutlich beide Produkte auf derselben Bühne stehen werden.
Meine Frage aus dem September-Artikel gilt dabei unverändert: In welcher Sprache soll das alles passieren? Sonos Voice Control gibt es bis heute nicht auf Deutsch. Ein Kopfhörer, der auf Zuruf hört, aber nur auf Englisch, wäre für den DE-Markt wieder nur die halbe Nachricht.
Über 449 Euro für die Rückkehr zur eigenen DNA
Bleibt der Preis. Der normale Ace steht bei 449 Euro, und WinFuture erwartet den Ultra darüber. Sonos war noch nie günstig, das weiß ich als Langzeitkunde am besten, aber ein Kopfhörer jenseits der 500-Euro-Marke tritt gegen den AirPods Max 2 an, und der hat seit März einen H2-Chip und Live-Übersetzung.
Trotzdem: Der Ace Ultra ist der erste Sonos-Kopfhörer, der mich als Systemnutzer angeht. Wer wie ich ein Haus voller Sonos-Boxen hat, bekommt endlich die fehlende Zone für die Ohren. Wer nur einen guten Bluetooth-Kopfhörer sucht, findet bei Bose und Sony weiter mehr fürs Geld. Im September wissen wir, ob Sonos die Rückkehr zur eigenen DNA auch bepreisen kann, ohne sie gleich wieder zu verspielen.





