Ring Verify: Der neue Echtheits-Check gegen Deepfakes (und wo es hakelig werden könnte)

Gary Madeo
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Ich bin Gary und schreibe hier über Technik, die ich selbst nutze. Von PC-Hardware über Smart-Home-Spielereien bis zu VPN-Tricks – keine Buzzwords, nur ehrliche Tests und...
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Dank KI kann dein Nachbar inzwischen Videos basteln, auf denen Aliens deine Mülltonnen klauen – und es sieht verdammt echt aus. Ring (Amazon) hat das Problem erkannt und rollt jetzt Ring Verify aus. Das ist ein digitales Siegel, das beweisen soll, dass das Video von deiner Doorbell wirklich echt ist und nicht aus einem Prompt-Generator stammt.

Die Idee ist stark, die Umsetzung hat aber auf dem Papier ein paar Einschränkungen, die im Alltag stören könnten.

Was das Tool macht

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Ring Verify: Der neue Echtheits-Check gegen Deepfakes (und wo es hakelig werden könnte)

Ab sofort (bzw. rückwirkend für Downloads ab Dezember 2025) bekommen alle Videos, die du aus der Ring-Cloud ziehst, einen unsichtbaren digitalen Fingerabdruck (Content Credentials). Hast du ein Video und musst beweisen, dass es echt ist?

  1. Geh auf ring.com/pages/verify.
  2. Zieh die Datei rein.
  3. Das Tool prüft lokal im Browser (kein Upload), ob das Siegel intakt ist.

Grüner Haken heißt: Originalaufnahme, nicht manipuliert. Wichtig für Beweismittel oder Internet-Diskussionen.

Die Stolperfalle: Anfassen verboten!

Die Technik ist extrem sensibel. Das Siegel bricht sofort, wenn die Datei auch nur minimal verändert wird. Das ist technisch notwendig, könnte die Nutzung aber kompliziert machen:

  • Schneiden: Du willst die 10 Minuten Stille vor dem Einbruch wegschneiden? -> Siegel gebrochen.
  • Helligkeit: Das Video ist zu dunkel, du drehst das Gamma hoch? -> Siegel gebrochen.
  • WhatsApp: Du schickst es weiter und der Messenger komprimiert es? -> Siegel wahrscheinlich gebrochen.

Das bedeutet wohl: Wer auf Nummer sicher gehen will, muss zwingend die riesige Rohdatei archivieren. Mal eben den Clip zurechtstutzen, dürfte den Beweis ungültig machen.

Datenschutz vs. Echtheit

Hier müssen sich die Privacy-Nerds entscheiden: Wenn du End-zu-End-Verschlüsselung (E2EE) aktiviert hast (was wir empfehlen), funktioniert Ring Verify nicht. Logisch: Weil Ring bei E2EE nicht in die Datei schauen kann, können sie sie in der Cloud auch nicht signieren. Es gilt also: Entweder maximale Privatsphäre oder verifizierbare Videos. Beides geht aktuell nicht.

Mein Eindruck: Ring Verify ist die richtige Antwort auf den ganzen Deepfake-Mist. Aber die Tatsache, dass vermutlich schon einfaches Trimming die Verifizierung killt, wirkt unpraktisch. Es empfiehlt sich also, immer die Original-Datei aufzuheben, bevor du sie bearbeitest – sonst glaubt dir am Ende keiner, dass der Paketbote das Paket wirklich geworfen hat.

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Ich bin Gary und schreibe hier über Technik, die ich selbst nutze. Von PC-Hardware über Smart-Home-Spielereien bis zu VPN-Tricks – keine Buzzwords, nur ehrliche Tests und Anleitungen. Zur Ablenkung tippe ich über Fußball (meist ohne Magenschmerzen). Mein neuestes Projekt ist keycaps-deutsch.de, wo ich mich der Suche nach der perfekten mechanischen Tastatur verschrieben habe.