Das Raspberry Pi Touch Display 2 war bisher eine Sache für kompakte Projekte: 5 oder 7 Zoll, genug für ein paar Buttons, zu wenig für alles andere. Jetzt legt die Pi-Foundation eine 10-Zoll-Version nach, und damit wird aus dem Bastel-Bildschirm zum ersten Mal ein Panel, auf dem ein komplettes Smart-Home-Dashboard Platz findet, ohne dass man jede Kachel mit der Lupe suchen muss.
- Das Raspberry Pi Touch Display 2 ist ab sofort auch mit 10,1 Zoll erhältlich, offizieller Preis: 80 US-Dollar, umgerechnet rund 73 Euro plus Steuern und Versand.
- Das IPS-Panel löst mit 1200 x 1920 Pixeln im Hochformat auf, schafft 400 cd/m² und hat eine matte, entspiegelte Oberfläche.
- Der Touchscreen erkennt bis zu zehn Finger gleichzeitig, die kleineren Varianten schaffen fünf.
- Wegen der vier nötigen DSI-Datenleitungen läuft das 10-Zoll-Modell nur am Raspberry Pi 5 und an aktuellen Compute-Module-IO-Boards.
- Unter Raspberry Pi OS funktionieren Touch, Rotation und Helligkeit ohne zusätzliche Treiber, die Produktion ist mindestens bis Januar 2030 zugesichert.
Das Raspberry Pi Touch Display 2 lernt Schärfe: 1200 mal 1920 Pixel
Die Diagonale wächst auf 10,1 Zoll, knapp 26 Zentimeter, und die Auflösung steigt auf 1200 x 1920 Pixel im Hochformat. Das ist deutlich schärfer als bei den 5- und 7-Zoll-Geschwistern, die eher grob auflösen. Dazu kommen ein IPS-Panel mit 85 Grad Blickwinkel, eine matte Oberfläche gegen Spiegelungen und 400 cd/m² Helligkeit. IPS = eine Display-Technik, bei der Farben und Kontrast auch von der Seite betrachtet stabil bleiben. Für einen Bildschirm, der an der Wand hängt und im Vorbeigehen bedient wird, genau richtig. Der Touchscreen erkennt bis zu zehn Finger gleichzeitig statt fünf. Klingt nach Spec-Prahlerei, ist aber praktisch, wenn auf einem Steuerpanel mehrere Schaltflächen für Rollläden und Licht nah beieinander liegen.
Nur der Pi 5 darf ran
Die höhere Auflösung hat einen Preis, und der steht nicht auf dem Preisschild. Das 10-Zoll-Modell braucht vier DSI-Datenleitungen statt zwei. DSI = die Schnittstelle, über die der Pi Displays direkt ansteuert, ohne HDMI-Kabel und ohne separate Stromversorgung. Damit läuft das neue Touch Display 2 ausschließlich am Raspberry Pi 5 und an aktuellen Compute-Module-IO-Boards. Der Pi 4, ältere Modelle und die Zero-Reihe bleiben außen vor. Wer also einen ausrangierten Pi 4 zur Wandzentrale umbauen wollte, muss entweder bei 7 Zoll bleiben oder aufrüsten. Immerhin: Unter Raspberry Pi OS funktioniert alles ohne Treiber-Gefummel, Touch, Bildschirmrotation und Helligkeitssteuerung laufen ab Werk. Ein Ribbonkabel, ein Stromkabel und Montageschrauben liegen bei.
80 Dollar, gesicherte Produktion bis 2030
Raspberry Pi ruft 80 US-Dollar auf, umgerechnet rund 73 Euro, wobei die deutschen Fachhändler-Preise mit Steuern und Versand etwas darüber landen dürften. Einheitlich gelistet war das Display bei den DE-Händlern zum Start noch nicht. Bemerkenswert finde ich die Zusage, die Produktion mindestens bis Januar 2030 zu sichern. Das ist die Sorte Verlässlichkeit, für die man der Pi-Foundation ihre gemächliche Hardware-Roadmap verzeiht, schließlich kommt der nächste Pi frühestens 2028. Bei mir übernimmt die Smart-Home-Zentralenarbeit aktuell der SwitchBot AI Hub, aber ein Wand-Dashboard mit Touch steht auf der Liste der Projekte, die ich seit Monaten vor mir herschiebe. Mit 10 Zoll und Zehn-Finger-Touch ist die Ausrede „zu klein für ein ordentliches Dashboard“ jedenfalls weg. Für Kiosk-Systeme, Werkstatt-Terminals oder das Home-Assistant-Panel neben der Haustür ist das hier die interessanteste Option, die es bisher direkt vom Hersteller gab.
Deine Fragen zum 10-Zoll-Display
Was kostet das Raspberry Pi Touch Display 2 mit 10 Zoll?
Der offizielle Preis liegt bei 80 US-Dollar, umgerechnet rund 73 Euro. Deutsche Fachhändler dürften mit Steuern und Versand etwas darüber liegen. Erhältlich ist es über das Netzwerk der von Raspberry Pi anerkannten Händler.
Mit welchen Raspberry-Pi-Modellen ist das 10-Zoll-Display kompatibel?
Nur mit dem Raspberry Pi 5 und aktuellen Compute-Module-IO-Boards. Das Display benötigt vier DSI-Datenleitungen, die ältere Modelle wie der Pi 4 oder die Zero-Reihe nicht bieten. Für ältere Pis bleiben die 5- und 7-Zoll-Varianten.
Welche Auflösung hat das 10-Zoll-Modell?
Das IPS-Panel löst mit 1200 x 1920 Pixeln im Hochformat auf, bietet 400 cd/m² Helligkeit, einen Blickwinkel von 85 Grad und eine matte, entspiegelte Oberfläche. Der Touchscreen erkennt bis zu zehn Finger gleichzeitig.
Braucht das Display zusätzliche Treiber oder eine Kalibrierung?
Nein. Unter Raspberry Pi OS werden Touch-Eingaben, Bildschirmrotation und Helligkeitssteuerung ohne zusätzliche Treiber erkannt. Anschluss und Stromversorgung laufen direkt über die DSI-Schnittstelle der Hauptplatine.





